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Warum Outsourcing dein Business auf die nächste Stufe heben kann! Interview mit Nadine Eich

Hier kannst du dir das Interview mit Nadine Eich zum Thema Outsourcing anhören:

In dieser Folge dreht sich alles ums Thema Outsourcing! Nadine Eich von Enida erläutert in dieser Episode, warum es sinnvoll ist Aufgaben abzugeben und wie Outsourcing dein Leben als Selbstständiger verändern kann.

Alle Links der Folge findest du ganz unten auf dieser Seite.

 

Du möchtest das Interview lieber nachlesen? Dann bist du hier richtig!

 

Nadine Eich ist hier auf Sidepreneur.de schon bekannt durch einen spannenden Gastbeitrag über Amazon FBA Customer Support. Sie ist schon Vollzeitunternehmerin, hat aber gerade für uns Sidepreneure einen wichtigen Beitrag, den Du hier nachlesen kannst.

 

Peter: Hallo Nadine! Was hast Du bisher gemacht und wo ist dein Fokus jetzt?

 

Nadine: Ich habe vor und während meines Psychologie-Studiums den Kundensupport für eine große Firma gemacht und das quasi nebenher erlernt. Mir hat der Kundensupport sehr viel Spaß gemacht. Dann habe ich bemerkt, dass der Kundensupport sehr unpersönlich wurde und gar nicht auf die negativen Rezensionen eingegangen wurde. Ich dachte mir dann, das müssen wir ändern.

Ich habe dann im Oktober 2016 eine Kundensupport Agentur für FBA Händler gegründet, deswegen auch mein Blogpost für FBA Händler. Ich arbeite aktuell mit 13 deutschen Freelancern, die weltweit verteilt sind und den Kundensupport handeln.

Anfänglich habe ich alles selbst gemacht und habe nonstop gearbeitet, immer das Handy in der Hand, 24 Stunden Verfügbarkeit und kaum Freizeit. Das war natürlich nicht das Ziel meiner Selbständigkeit. Da ich ja schon mit Freelancern gearbeitet habe, die meinen Kundenservice bearbeiten, habe ich angefangen à la Tim Ferriss mehr Aufgaben zu delegieren. Also habe ich mir Leute gesucht, auf die ich mich verlassen kann.

 

„Das Outsourcing ist ein Thema, was mir am Herzen liegt, was ich weitergeben und entsprechend erklären möchte.“

 

Peter: Viele in unserer Community sind auch in einem Hamsterrad, dass sie selbst und ständig arbeiten und für alle Aufgaben selbst verantwortlich sind. Allerdings fällt es auch sehr schwer abzugeben. Wann ist der Moment gekommen, abzugeben, sich Hilfe zu holen bzw. wann sollte man Aufgaben abgeben, um sich wieder auf sein Kerngeschäft zu konzentrieren?

 

Nadine: Es gibt zwei Wege.

 

1. Entweder Du gibst Aufgaben ab, die Dir nicht liegen bzw. die Du nicht magst oder

(Gebe das ab, was Du nicht magst oder was Du vor Dir her schiebst. Wenn Du Newsletter veröffentlichen möchtest, aber den Newsletter zu formulieren Dir schwerfällt, gebe genau das ab.)

Oder

2. man gibt die zeitaufwendigsten Aufgaben ab.

(Bist Du in der glücklichen Situation, dass das Finanzielle passt, aber Du aus dem Hamsterrad nicht aussteigen kannst, prüfe, was die meiste Zeit in Anspruch nimmt und gebe das ab.)

In meinem Beispiel mit Amazon FBA wäre es der Kundensupport. Man kann sich durch das Abgeben seine Zeit zurückkaufen und wieder ein freies Wochenende haben.

 

Peter: Ja, das verstehe ich. Ich finde Buchhaltung lästig und habe das ausgelagert, dadurch habe ich viel mehr Zeit gefunden, Podcast Interviews zu machen, das was mir Spaß macht. So kann ich meine Zeit sinnvoll nutzen und tiefer in Themen einsteigen, die mich interessieren.

 

Wie hast Du den Zeitpunkt erkannt, an dem du outsourcen und abgeben solltest, um eher am Unternehmen, als im  Unternehmen zu arbeiten?

 

Nadine: Ich habe im Oktober 2016 ENIDA gegründet und einen Monat später habe ich meine Lieblingsassistentin Michaela eingestellt, also nach einem Monat. Zuerst nur für 5 Stunden die Woche. Ich brauchte die Gewißheit, wenn ich mehr Kunden anziehe, dass ich da nicht alleine bin und ich habe glücklicherweise einen Sinn für diesen Weitblick.

Du solltest nicht an den Punkt kommen, komplett überlastet zu sein, sondern vorher. Nur dann kannst Du mit Vernunft jemanden finden, der zu Dir und Deinen unternehmerischen Bedürfnissen passt. Du möchtest ja jemanden, mit dem Du langfristig arbeiten kannst, jemanden, den Du an Dich bindest. Das ist mein “Key” an dem Thema Outsourcing und genau das möchte ich weitervermitteln.

 

Peter: Würdest Du sagen, dass viele Leute viel zu spät an das Outsourcing herangehen? Sie merken, sie sind an der Belastungsgrenze angekommen, aber man hätte man schon früher Hilfe suchen sollen?

 

Nadine: Absolut. Es ist wichtig zu wissen, dass Freelancer keine 450 € Kräfte sind, die Du immer bezahlen musst. Freelancer kannst Du anfänglich nur für ein paar Stunden buchen und wenn es besser läuft, kannst Du die Stunden erhöhen. Du bist hier in keinem Mobilfunkvertrag 24 Monate gebunden. Du kannst es ausprobieren.

 

„Als ich angefangen habe, outzusourcen, habe ich einen Moment lang nichts mehr gemacht, weil ich alles abgegeben habe. Man muss hier die Balance finden, was man selbst macht und was man gibt.“

 

Peter: Es ist hilfreich, die Aufgaben, die man abgeben möchte, auch mal selbst gemacht zu haben, damit man den Freelancer dann richtig briefen kann. Ich habe das selbst auch viel zu spät angefangen und bin auch in meiner beratenden Tätigkeit und bei Sidepreneur schon wieder zu spät dran.

 

Nadine: Es ist auf jeden Fall gut, die Aufgaben vorher gemacht zu haben, dann weisst Du, ob Dir das liegt  oder Du es abgeben möchtest und was für einen Zeitumfang Du dafür abschätzt.

Ich habe ein kleines Programm geschrieben, wie man Freelancer findet, sie testet, mit ihnen arbeitet:

Tasks auflisten und bspw. nach Sprache sortieren

Was für Tasks möchtest Du abgeben? In welcher Sprache soll das passieren? Wenn Du einen deutschen Newsletter brauchst, sollte der Freelancer auch den entsprechenden Skill haben. Wenn ich den aber Newsletter z. B.. auf englisch benötige, kann ich das auch an einen philippinischen Freelancer abgeben, das ist signifikant günstiger als ein deutscher Freelancer, der englisch spricht.

 

Skills aufzeigen

Zuverlässigkeit, Mitdenken, Aufpassen. Meine philippinische Freelancerin hat bspw. englische Templates eingefügt und dann bemerkt, dass es ja ein deutscher Shop ist. Für uns ist das selbstverständlich, aber für jemanden, den Du anstellst, nicht. Er wird ja nicht für das Mitdenken bezahlt.

 

Erreichbarkeit, Vertrauen und Sympathie sind sehr wichtig, natürlich neben Qualifikation und Präzision.

Wenn Du mit Deinem Freelancer nicht mit dem Essen gehen würdest oder nicht mal zwei Tage in einer Wohnung übernachten kannst, dann wird sich daraus keine langfristige Beziehung entwickeln, weil Du diese Person nicht an Dich bindest.

Wenn Du ein Team haben willst, die lange bleiben, dann musst Du Dich an die binden. Skype Deine Freelancer ab und zu mal an. Menschen mögen es, wenn man wichtig ist.

 

Skills testen

Wenn ich einen Call um 10:00 verabrede, dann meine ich nicht 10:03, oder 10:20.

 

Peter: Du kann sicherlich inzwischen leicht Aufgaben empfehlen, die Du outsourcen würdest. Welche wären das?

 

Nadine: In meinem Fall arbeite ich viel mit FBA Händlern, also betrifft das: Customer Support, Inventory Management, PPC Ads schalten, Keyword Research, deutsche und englische Listings, Fotos, Design, Produktrecherche.

Für einen normalen Selbständigen würde ich folgendes auf jeden Fall outsourcen: Zahlungseingänge prüfen, Email-Eingänge nach wichtig und unwichtig sortieren. Bei der Aufgabe E-Mails zu sortieren, hatte ich vor meinem Urlaub gebeten, meine privaten Business-Mails in drei Kategorien aufzuteilen: niedrige Priorität, mittlere Priorität und hohe Priorität.

 

Peter: Wie weiß eine Assistentin was wichtig ist und was nicht?

 

Nadine: Das Wissen kann man natürlich nicht voraussetzen, ich mache Listen und auch Videos. Ich arbeite viel mit Screencastify, einem Add On Tool auf Google Chrome, was man dann im Google Drive ablegen kann.

Ich erwarte natürlich gesunden Menschenverstand, dass z. B.: ein Zahlungsverzug als wichtig erachtet wird. Ansonsten mache ich Listen und Videos, was wichtig ist und wenn etwas absolut nicht warten kann, dann gebe ich meine Handynummer heraus, damit ich sofort angerufen werden kann.

Ich habe also vorgegeben: Ist es “urgent/important”, bitte anrufen und “not urgent/important” – in den “hohe Priorität” Mailordner ablegen, sodass ich das gleich bei Rückkehr bearbeiten kann etc. So konnte ich dann wieder auf Urlaub einlassen.

 

Peter: Richtig, wenn man nicht loslassen kann, hat man mittelfristig ein Problem. Was würdest Du nicht herausgeben?

 

Nadine: Beschwerden sind meines Erachtens Chefsache. Deine angestellten Freelancer können Dir Antwort entwerfen oder vorschreiben, aber die Mail bzw. die Klärung solltest Du selbst vornehmen.

Ansonsten kann ich alles abgeben. Meine Agentur kann auch ohne mich weiterlaufen, da ich auf Google Sites abgelegt habe. Jeden Arbeitsschritt, jeden Zugang kann man dort wiederfinden. Vielleicht bin ich da ein wenig “over the top”, aber das kann ja jeder subjektiv gestalten.

 

Peter: Ich persönlich möchte auch gerne auslagern. Wie finde ich eine sinnvolle und bezahlbare Hilfe? Ich möchte mich auf Content und Partnerschaften konzentrieren und alles andere abgeben.

 

Nadine: Was ist “alles andere” ? Blogposting? Social Media?

 

Peter: Bei Sidepreneur.de nehmen wir einen Podcast auf: Hier wäre es gut, wenn der entsprechende Text dazu formuliert wird und das dann online gestellt wird, Timing wann, gebe ich dann vor.

 

Nadine: Du kannst es in drei Varianten aufgliedern:

Geringe Suche / mittlere Kosten / hoher Aufwand: Du kannst über e-Assistentin oder Strandschicht eine virtuelle Assistentin buchen. In dem Fall müsstest Du vorgeben, was zu tun ist, wie der Podcast geschnitten werden muss, wie Texte aussehen sollen, wie man hochlädt. So etwas kannst Du für knapp 20 EUR/h finden, aber Du hast einen hohen Aufwand, da Du jeden Schritt vorbereiten und erläutern musst.

Geringe Suche / hohe Kosten / geringer Aufwand: Du nimmst einen spezialisierten Service, wie. z. B. eine Agentur, die Podcasts schneidet und vermarktet und die Blogposts dazu gestaltet. Hier gibt es z. B. spezialisierte Agenturen wie Podcastwonder.com, die machen Content Creation, Technik Service, Social Media etc.

 

„Die Frage ist also immer: Möchte man mehr Geld zahlen oder mehr Aufwand leisten?“

 

Intensive Suche / geringe Kosten / hoher Aufwand: Ich nenne es Inhouse recruiting. Du kannst bei Seiten wie DNXjobs.de, peopleperhour.com, fiverr.com, upwork.com jemanden suchen. Hier musst Du viel briefen, die Person verstehen und auch klar wissen, was Du brauchst. Du kannst auch einen Aushang in Unis machen. Studenten und Kleinunternehmer können andere Stundensätze anbieten. So kannst Du schon für unter 10 EUR/h etwas finden.

 

Peter: Auf welche Eigenschaften bei Freelancer achtest du?

 

Nadine: Qualität, Präzision und Aufmerksamkeit, sofort gefolgt von Sympathie.

Wenn ich eine Bewerbungsform vorgebe und alle tasks darin erfüllt wurden, inklusive vielleicht kleinen Aufmerksamkeitstests, dann skype ich mit den Personen. Wenn dann sofort beidseitig Sympathie da ist, steht der Zusammenarbeit kaum noch etwas im Weg.

 

Ich habe die Vorgehensweise in einem PDF zusammengefasst, was Du hier herunterladen kannst:

-> http://www.enida.de/letgo

 

Was bietet Ihr konkret als Leistung an? Wie könnt Ihr unsere Hörer und Leser unterstützen?

 

Nadine: Wir sind kein virtueller Assistenten Service. Schade, dass ich kein Upselling machen kann :).  ENIDA kann im Bereich Amazon FBA Kundensupport alles, was Freelancer nicht können. Wir arbeiten 365 Tage im Jahr, gehen gezielt auf die negativen Bewertungen und Feedbacks mit unserem Know How ein. Wir machen wöchentliche Quality Assurance und prüfen unsere Freelancer.

Das “let go” Thema habe ich gemacht, um darauf aufmerksam zu machen, dass man nicht selbst und ständig 365 Tage im Jahr arbeiten muss. Du kannst outsourcen, Dich freuen und in der Sonne liegen.

Es geht anders. Du musst nicht alles selbst machen!

Da ich inzwischen ja ausgiebig und lange mit meinen Freelancern arbeite, habe ich den ENIDA Freundschaftsdienst entwickelt. Du teilst uns Deine Aufgaben mit und bei erfolgreicher Vermittlung einer unserer Freelancer, hast Du einen geringen Vermittlungsgebühr von 35 EUR. Du bist dann komplett frei, Stundensätze und Stundenanzahl zu vereinbaren, aber Du hast die Gewissheit mit jemanden zu arbeiten, der sich bei uns schon “einen Namen” gemacht hat.

 

Peter: Hast Du noch ein abschließendes letztes Wort:

 

Nadine: The bad thing is time flies fast, but the good thing is you are the pilot!

 

Links zur Folge:
Bücherempfehlung:
 

 

Über den Autor

Peter-Georg Lutsch

Peter-Georg Lutsch

Peter-Georg Lutsch ist bereits seit 7 Jahren leidenschaftlicher Sidepreneur. Für ihn ist sein Side-Business nicht nur ein zweites berufliches Standbein, sondern darüber hinaus eine Möglichkeit sich außerhalb seines Angestelltenverhältnisses selbst zu verwirklichen. Hauptberuflich ist er als Senior Online Marketing Manager für eine der größten Online-Jobbörsen Deutschlands tätig. Nebenberuflich berät er KMUs im Bereich Digital Marketing https://www.peter-lutsch.com und ist Co-Founder des Online-Magazins https://www.digital-media-manager.com.

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