Podcast Sidepreneur-Podcast

Von der Idee zur Umsetzung – Vom Sidepreneur zum Entrepreneur in nur wenigen Monaten

Hier kannst du dir das Interview mit Natalie von Von Freude anhören:

In dieser Folge erzählt uns Natalie von von freude Craftbeer, wie sie und ihr Partner ihre Idee in nur wenigen Monaten umgesetzt haben. Sie schäumt quasi vor Begeisterung für ihr eigenes Produkt. Sie erzählt uns, warum sie ziemlich schnell all in gegangen ist und was ihren wichtigstens Learnings waren. Gründerinnen benötigen Vorbilder und besonders schön ist es, wenn wir weibliche Vorbilder haben. Deshalb freue ich mich auch immer wieder, wenn ich weibliche Erfolgsgeschichten in den Podcast holen kann. Natalie möchte anderen Frauen Mut machen, ihre Idee Wirklichkeit werden zu lassen und ist schon heute für viele ein Vorbild. Deshalb möchte wir dich auch auf dieses spannende Video-Interview mit Natalie auf der Gründerplattform als Leseempfehlung geben.

Wer das Interview lieber lesen statt hören möchte, der kommt hier auf seine Kosten:

Juliane:

Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Episode des Sidepreneur-Podcasts. Wir freuen uns immer wieder über spannende Interviewgäste, die uns von ihrem Sidebusiness berichten und wir damit auf der einen Seite einmal hinter die Kulissen schauen können und auf der anderen Seite natürlich auch Tipps und Tricks aus den Gründern herauskitzeln können, die für euch liebe Sidepreneure oder Sidepreneur to be sicher spannend sind. Ganz besonders freue ich mich immer, wenn ich weibliche Gründerinnen vorstellen kann und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Sie können ein gutes Vorbild für uns sein.

Heute habe ich Natalie von von Freude zu Gast. Sie wird uns ihre spannende Gründungsstory gleich selbst erzählen. Hallo Natalie, herzlich Willkommen hier im Podcast. Stelle dich doch bitte einmal unseren Hörer*innen und Leser*innen vor.

Natalie:

Hallo Juliane. Vielen Dank für die Einladung in den Podcast. Ich bin Natalie und ich habe vor 5 Jahren gemeinsam mit meinem Partner Martin das Startup von Freude in Hamburg gegründet. Wir hatten schon immer ein Faible für gute Getränke und gutes Essen. So kam die Idee auf, ein eigenes Bier zu brauen. Obwohl wir schon irgendwann einmal unser eigenes Ding machen wollten, haben wir erst einmal nur ein wenig probiert und hätten nicht damit gerechnet, dass wir gleich mit dem ersten Bier an den Start gehen. Wir haben ein ganz anderes Bier kreiiert, als die, die man im Supermarkt findet. Sie schmecken und riechen ganz anders.

Nachdem wir unsere Freunde mit unserem Gebräu begeistert hatten, fingen wir an den Markt anzuschauen? Gibt es einen Markt für unser Bier? Werden wir Nachfrage haben? Wir haben also unsere Geschäftsidee validiert. Der Biermarkt hat sich 2013 bewegt, wir spürten, dass sich etwas verändern wird. Zusammen mit dem Wunsch, etwas eigenes aufzubauen, haben wir dann einfach losgelegt.

Einfach mal machen.

Juliane:

Was ist denn das Besondere an euren Bieren?

Natalie:

Unsere Biere haben einen ganz anderen Duft und Geschmack, weil wir mit ganz anderen Zutaten arbeiten. Wir stellen vier Basisbiere her, die wir immer im Angebot haben. Dazu kommen dann limited editions, die auch mal abseits des Reinheitsgebots stattfinden.

Juliane:

Um Bier zu brauen, benötigt man Räumlichkeiten. Wo seid ihr gestartet?

Natalie: 

Wir haben tatsächlich der heimischen Küche begonnen, unser Bier zu brauen. Wir haben uns hierfür den Mercedes unter den Heimbrauanlagen zugelegt. In unserer Küche werden und wurden die ersten Ideen verwirklicht.

Unser komplettes Team ist auf Entstehungsprozesse beteiligt und wir laden auch bei unseren Tastings immer dazu ein, alles zu probieren und sich nicht abhalten zu lassen.

Juliane:

Wo bekomme ich eure Biere? In ganz Deutschland oder eher ausgewählt bei euch in Hamburg?

Natalie:

Schwerpunktmäßig sind wir mit unserem Bier schon eher in Hamburg und im norddeutschen Raum anzutreffen. Da wir aber zu den ersten 5 Craftbeer Startups gehörten, kann man uns durchaus punktuell auch in anderen Orten Deutschlands finden, z.B. in Düsseldorf, Frankfurt oder Dresden.

Von der Planung zur Umsetzung

Wir haben ziemlich schnell die Entscheidung getroffen, ein Unternehmen zu gründen, einfach, weil wir wahrscheinlich einfach Menschen sind, die schnell Entscheidungen treffen. Das erste Rezept stand und dann haben wir überlegt, wie es dann zum Gastronomen in den Supermarkt kommt. Außerdem haben wir uns entschieden, nicht eine eigene Brauerei zu eröffnen für die wir auch noch Zertifizierungen benötigen würden, sondern haben geschaut, in welche Brauerei wir uns einmieten können. Das war ein ziemlich langer Prozess, der mit vielen Telefonaten einherging. Schlussendlich haben wir uns dann für eine Brauerei in Süddeutschland entschieden.

Außerdem mussten wir uns Gedanken darüber machen, wie unsere Marke heißen soll und wie das Design aussehen soll. Woher beziehen wir die Kronkorken und die Flaschen? Auch hier haben wir telefoniert, aber ich über das Internet recherchiert und uns informiert. Ohne das Internet wäre das alles gar nicht möglich gewesen.

Und der Vertrieb?

Juliane:

Wie seid ihr vorgegangen, um euer Bier bekannt zu machen?

Natalie:

Wir sind viel umhergefahren und haben unsere Produkte persönlich angeboten. Wir haben uns Feedback abgeholt und ganz genau beobachtet, wie die Personen auf unsere Biere reagieren. Das alles haben wir dokumentiert, um uns immer weiter verbessern zu können. Es war schon ein ziemliches Klinkenputzen und sehr zeitintensiv, aber es hat sich gelohnt.

Vereinbarkeit von Sidebusiness und Hauptjob?

Juliane:

Wie konntet ihr euer Sidebusiness mit euren Hauptjobs vereinbaren? Wie kann ich mir das vorstellen, wenn das Bier in Süddeutschland produziert wird, ihr aber in Hamburg arbeitet? Wie war das besonders in der Startphase?

Natalie:

Das war schon nicht so einfach, denn wir haben viel auf Persönlichkeit Wert gelegt. Weil ich keine Zeit wegen dem Hauptjob hatte, ist Martin das erste Mal zur Brauerei allein gefahren. Persönlich dabei zu sein, war uns sehr wichtig und schlussendlich ist es ja auch unser Rezept. Es kann im Brauprozess auch einiges schiefgehen und so ist es immer wieder auch wichtig, sich vor Ort abzustimmen.

Außerdem hatten wir auch Termine mit den Gastronomen vereinbart, denn wir wollten ihnen unser Bier zeigen und verkosten lassen. Wenn ich im Büro war, hatten die Gastronomen Zeit. Wenn ich das Angestelltenbüro verließ, hatten die Gastronomen ihre Gäste und somit keine Zeit, sich mit mir zu unterhalten und unsere Biere zu testen. Es zeigte sich ziemlich schnell, dass unser Business als Sidebusiness-Modell nicht so kompatibel ist.

Juliane: 

Habt ihr eigentlich einen gastronomischen Background?

Natalie:

Wir haben tatsächlich beide keinen gastronomischen Hintergrund. Ich habe im Produktmanagement und Sourcing gearbeitet, Martin ist Kaufmann. Er hat immer schon mit Unternehmern gearbeitet und ihn hat deren unternehmerische Herangehensweise imponiert. Mit Lebensmitteln hatten wir beide nichts zu tun. Aber alles ist möglich. Den Brauanteil haben wir uns selbst beigebracht. Das war fast wie ein zweites Studium. Wenn man Bier brauen möchte, muss man aber die chemischen Prozesse kennen und auch was, wie schmeckt. Vieles ist Learning by doing und Einfach einmal machen.

Man kann alles werden, wenn man es wirklich will

Juliane:

Deine Begeisterung für eure Biere und euer Unternehmen ist wirklich herauszuhören. Ihr seid ein echt gutes Beispiel dafür, dass man so viel erreichen kann, auch auf einem komplett anderen Themengebiet. Oftmals hört man ja, dass man dies und das nicht tun könne, weil man einfach nicht die Ausbildung dafür hat. Ihr macht Mut, auch Wege zu gehen, die abseits des eigenen Werdegangs sind.

All in- und das sehr schnell – Vom Sidepreneur zum Entrereneur

Juliane:

Wann seid ihr all in gegangen?

Natalie:

Das ging alles sehr schnell. Wie ich ja schon erwähnt habe, haben wir sehr viel Wert auf den persönlichen Kontakt mit möglichen Abnehmern wie Gastronomen und Supermärkten gelegt. Das war sehr zeitintensiv und auch nicht kompatibel mit unseren Bürojpbs. Deshalb sind wir nach nur wenigen Monaten komplett in unser Business eingestiegen. Es war aber auch nie unser Plan, unser Business nebenberuflich groß zu machen.

Wichtige Learnings

Juliane:

Was sind eure Learnings, die du an unsere Sidepreneure weitergeben kannst?

Natalie:

  • Nehmt so viel wie möglich vom Feedback auf. Denkt darüber nach, aber setzt nicht alles sofort um, was man euch sagt. Manchmal ist es sinnvoll Anpassungen vorzunehmen, aber ihr müsst auch nicht alles über Bord werfen. Haltet durchaus auch an eurem Weg fest.
  • Baut euch ein Netzwerk auf, gebt Hilfe in euer Netzwerk raus und nehmt Hilfe aus dem Netzwerk in Anspruch, wo ihr es benötigt.
  • Holt euch Unterstützung, überall dort, wo es sinnvoll ist

 

Was ist eure Vision?

Natalie:

Wir möchten uns weiter so gut entwickeln und ein solides mittelständisches Unternehmen werden. Wir möchten weiter expandieren und auch das Exportgeschäft ankurbeln. Vor 2 Monaten haben wir unseren ersten eigenen Laden in der Innenstadt von Hamburg eröffnet. Das war sicherlich mutig, aber es ist sehr gut angelaufen.

Juliane:

Das hört sich großartig an. Ich kann nur noch einmal betonen, wie sehr man hört, dass du von deiner Ideen und eurem Business schwer begeistert bist. Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg und danke dir für deine Insights.

 

Von Freude findest du im Internet unter folgenden Links:

Die von Freude-Website

von Freude bei Facebook

von Freude bei Instagram

 

Über den Autor

Juliane Benad

Juliane Benad

Juliane Benad ist Social Media Beraterin für KMU und Solopreneure. Als internationale Betriebswirtin mit Schwerpunkt Marketing war sie viele Jahre im Marketing eines Frankfurter Fachverlages tätig und hat hier maßgeblich die Social Media-Kanäle aufgebaut. Außerdem ist sie Chefredakteurin des Online-Magazins digital-media-manager.com.

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