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Warum du nicht klein genug starten kannst

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Viele Unternehmer raten uns, möglichst klein zu starten und ein Produkt möglichst schnell an den Markt zu bringen. Ich möchte dir gerne zeigen, was es bedeutet, klein zu starten und warum es gerade für dich als Sidepreneur Sinn macht, mit einem kleinen Produkt zu starten.

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Bereits in der Motivation Monday #3 mit dem Zitat von Friedrich Alfred Krupp dreht sich vieles um das „Anfangen im Kleinen“.

Wir sprechen ein Phänomen an, das wir alle als Sidepreneure und Unternehmer schon einmal erlebt haben: wir scheitern oft daran, erfolgreich ein Produkt in den Markt einzuführen, weil wir zu vieles auf einmal wollen, zu viele Funktionen in einem Produkt abbilden wollen und dieses Produkt von Beginn an perfekt sein soll. Wir verfallen unserem inneren Perfektionismus und entwickeln immer weiter im stillen Kämmerlein, anstatt eine erste Version auf den Markt zu bringen und den potentiellen Kunden zu präsentieren.

Über-Nacht-Erfolge sind realitätsfern und nicht unser Maßstab

Unser Perfektionismus und das Zweifeln an dem eigenen Produkt wird darüberhinaus verstärkt, indem wir beim Herangehen an neue Unternehmungen, uns häufig ein Beispiel an all den erfolgreichen Unternehmern und deren Erfolgsgeschichten nehmen, die wir täglich in der Branchen-Presse lesen können. Darin werden die Erfolge gerne als Über-Nacht-Erfolge verkauft, doch dieses ist nur ganz selten die Realität. Oft sind die Unternehmer bereits jahrelang tätig und verbessern ihre Produkte täglich, ohne dass es jemand mitbekommt, bis sie dann den großen Durchbruch erzielen. Fast nie hat eine erste Produktversion zum Erfolg geführt, sondern viele Weiterentwicklungen oder sogar vollständige Richtungsänderungen. So startete beispielsweise Starbucks mit dem Verkauf von Espresso-Maschinen und Kaffeebohnen, Twitter als Netzwerk um Podcasts zu finden und zu abonnieren oder Youtube als Video-Dating Seite mit dem Namen „Tune in Hook up„. Diese und viele weitere Unternehmen nutzten ihre Präsenz am Markt und den Kundenkontakt, um Schritt für Schritt ein Produkt zu entwickeln, welches die Bedürfnisse der Kunden zufriedenstellte – und erst dann wurden diese Unternehmen von der Presse entdeckt und als Erfolge präsentiert.

Gerade für uns Sidepreneure ist es wichtig, nicht blind solche Pressemeldungen und die Erfolge von Unternehmern, die schon lange im Geschäft sind, als Maßstab zu nehmen!

In jedes Unternehmen fließen unzählige, zunächst häufig erfolglose Stunden Arbeit, ehe sich ein Erfolg einstellt.
Hinzu kommt, dass du als Sidepreneur nun mal weniger Zeit als ein Vollzeit-Unternehmer zur Verfügung hast, was dann auch bedeutet, dass du dieses mit in deine Zielsetzung und Erwartungshaltung einplanen musst. Deshalb ist es als Sidepreneur umso wichtiger, mit einem kleinen Projekt zu starten und frühzeitig Kundenfeedback einsammeln zu können.

Was bedeutet es, klein zu starten?

Um klein zu starten solltest du zwei Dinge beachten:

1. Wähle als Zielgruppe eine möglichst kleine Nische innerhalb eines Marktes

Um also möglichst klein zu starten, sollte dein Ziel sein, dich auf eine möglichst „spitze“ Zielgruppe zu konzentrieren, die du so gut es nur irgendwie geht kennen lernst und dann vor allem in Erfahrung bringst, wie du an genau diese Zielgruppe etwas verkaufen kannst. Hier sind die spezifischen Parameter unter anderem der bevorzugte Kauf-Kanal (online, offline, bei Amazon, bei Ebay, auf Webseiten, in Supermärkten, etc.), die zielgruppenspezifische Ansprache und dann der mögliche Preisbereich, in dem du deine Problemlösung verkaufen kannst.

Dein langfristiges Ziel ist es, deine Problemlösung perfekt auf diese Zielgruppe zu zuschneiden und dich bei ihnen als Experte für das zuvor identifizierte Problem zu positionieren.
Hierbei hilft es, eine so enge Nische zu wählen wie möglich, um Streuverluste zu verringern, indem du deine Zielgruppe perfekt charakterisieren kannst.

2. Erstelle eine minimal mögliche Lösung für ein spezifisches Produkt dieser Zielgruppe

Als Unternehmer und vor allem als Produktmanager im Vollzeitjob kenne ich die häufige Angst, die mit einer Produktentwicklung immer wieder einher geht:
Es besteht die Angst, dass das erste Produkt eine zu kleine und minimalistische Lösung ist, für die niemand bereit ist zu zahlen. Dieses führt dazu, dass man sich einredet zu wissen, dass die Kunden auf jeden Fall mehr Funktionen benötigen und verlangen.

Diese Gedanken werden dann vom inneren Perfektionismus unterstützt und man beginnt, das Produkt hier noch ein klein bisschen zu verbessern, oder diese kleine Funktion noch zu integrieren.

Dazu sagte Reid Hoffmann (der Gründer und CEO von LinkedIn): „If you are not embarrassed by your first version, you are launching to late“

Hoffmann sagt uns also, dass wir immer dann zu spät starten, wenn uns unsere erste Lösung (zu Beginn oder auch zu einem späteren Zeitpunkt) nicht selber peinlich ist. Er rät uns damit also, so früh wie möglich mit einer ersten Lösung an den Markt zu gehen, auch wenn einem zunächst erscheint, dass diese Lösung zu klein sein könnte.

Auch Eric Ries mit seinem Buch „The Lean Startup“ und Dan Norris mit „7 Day Startup“ geben dir den Tipp, möglichst früh dein Produkt an den Markt zu bringen und dann mit realen Kunden und deren Feedback weiterzuentwickeln. Das Buch „7 Day Startup“ ist ein klasse Buch und als eBook sehr günstig, welches ich absolut empfehlen kann, da Dan Norris viele Tipps für einen Start deines Businesses in 7 Tagen bereitstellt.

Wenn du sein Buch in die Praxis umsetzt, lasse es mich und die Sidepreneur Community per Email oder Post in der Facebook-Gruppe wissen, dann begleiten wir dich gerne bei diesem Abenteuer! Oder was hältst du von einer „7 Day Startup Challenge“? Würdest du daran teilnehmen, diesen Blogpost direkt in die Tat umsetzen und ein Unternehmen in 7 Tagen starten – schreibe es in die Kommentare oder schreibe mir eine Email an [email protected]

Deine Vorteile als Sidepreneur wenn du klein startest

Es ist wichtig, mit einem kleinem Projekt zu starten und es dafür dann aber schaffen, dieses auch erfolgreich bei ersten Kunden auf dem Markt zu positionieren, statt kurz davor verzweifelt aufzugeben oder eine große Lösung in den Markt einzuführen, die aber an den Kundenbedürfnissen vorbei entwickelt wurde.

Startest du als Sidepreneur erfolgreich mit einem kleinen Produkt, genießt du folgende Vorteile:

1. Du kannst  so früh wie möglich Kundenfeedback einholen und in den Entwicklungsprozess einfließen lassen

Um Kundenfeedback so früh wie möglich einholen zu können, benötigst du eine erste Produktversion, die du Kunden dann auch verkaufen kannst. Sowohl von kaufenden Kunden wie auch noch nicht kaufenden Kunden kannst du dann das wertvolle Feedback einholen, deren Erwartungshaltungen an dein Produkt vor dem Kauf sowie die Erfahrungen nach dem Nutzen des Produktes aufnehmen.

All diese Kundenmeinungen kannst du nun in die Weiterentwicklung deines Produktes fließen lassen, denn nun weißt du ganz genau, was sich Kunden aus deiner zuvor identifizierten Zielgruppe als Problemlösung wünschen, was ihre Erwartungshaltungen sind und wie sie dein Produkt nutzen.

2. Du erlebst die ersten Erfolgserlebnisse früher

Setze dir kleinere Ziele, die deinem Sidepreneur-Alltag gerecht werden und die du realistisch auch erreichen kannst. Dazu gehört es dann auch, mit einem kleinen Produkt zu starten. Diesen Start und die dann folgenden Ereignisse wie positives Kundenfeedback und die einzelnen Milestones nach dem Produktstart werden dich immer wieder motivieren. Nebenberuflich selbstständig ein Produkt an den Markt zu bringen kann sehr viel Kraft und Durchhaltevermögen abverlangen und dabei ist jedes kleine Erfolgserlebnis ein Balsam auf die Sidepreneur-Seele. Verschaffe dir diese also durch angepasste Ziele und ein kleines erstes Produkt.

3. Du kannst interne Prozesse aufsetzen und optimieren 

An kleinen Projekten, die du in den Markt einführst, kannst du als Sidepreneur sehr viele interne Prozesse neben deiner hauptberuflichen Arbeitszeit aufsetzen, diese im realen Geschäftsbetrieb testen und jeden Tag ein klein wenig optimieren. Diese internen Prozesse sind natürlich abhängig von deinem jeweiligen Unternehmen oder Produkt und sollten das Ziel haben, für immer wiederkehrende Tätigkeiten gewisse Vereinfachungen oder Vorlagen zu entwickeln.

Dieses können ganz simple Prozesse sein, wie das Beantworten von Kundenanfragen und das daraus resultierende Anlegen von Emailvorlagen, oder das testen der Frequenz, wie häufig du beispielsweise einen Blogpost veröffentlichst. All diese internen Prozesse kannst du nach deinem Produktstart dann im realen Geschäftsleben testen und herausfinden, ob sie in deine nebenberufliche Selbstständigkeit hineinpassen.
Mit jedem erfolgreichen Prozess, den du definiert hast, baust du dir im Idealfall so die zeitsparenden Hilfsmittel und Vorlagen auf, die du in der Wachstumsphase deines Produktes oder auch bei ganz neuen Projekten wiederverwenden kannst und so wertvolle Zeit einsparst!

Fazit

Indem du klein startest und eine erste Produktversion an den Markt bringst, beendest du das Raten und Tasten im Dunkeln. Du läufst nicht Gefahr, ein großes Produkt zu entwickeln, von dem du nur glaubst, dass es die beste Lösung für deine Kunden ist, ohne es von Ihnen monetär durch Kauf deines produktes bestätigt bekommen zu haben.
Genau dieses Prinzip, ein Produkt auf den Markt zu bringen um frühzeitig Kundenfeedback einzuholen und das Produkt damit weiter entwickeln zu können, um sich so einer perfekten Lösung iterativ anzunähern nennt Eric Ries im Lean Startup – Manifesto „The Lean Startup“ den Feedback-Kreis, den wir uns im Detail noch einmal ausführlicher ansehen sollten.

Insgesamt lässt sich also festhalten:
Ein Produkt-Erfolg ist viel wahrscheinlicher wenn du mit einer kleinen Problemlösung startest, und dein Produkt mit Hilfe deiner Kunden und deren Feedback stetig weiterentwickelst, statt monatelang an einer Lösung zu arbeiten, von der du glaubst, dass sie die ideale Problemlösung darstellt, aber dann doch in die völlig falsche Richtung geht und am Markt vorbei entwickelt wurde.

Du kannst also nicht klein genug starten! Leg los und poste den Link zu deinem erfolgreichen Produktstart hier in den Kommentaren oder in der Facebook-Gruppe.
Und wie stehst du zu einer „7 Day Startup Challenge“? Wärst du dabei?

 

Die oben erwähnten Bücher, in denen du das Konzept eines frühen Marktstarts und dem frühestmöglichen Einholen von Kundenfeedback ausführlich nachlesen kannst, findest du bei Amazon durch Klick auf die Buchcover:


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Über den Autor

Michael

Michael

Ich liebe es, digitale Produkte zu kreieren, die den Menschen Spaß machen und im besten Fall noch eines ihrer Probleme lösen. Deshalb arbeite ich in meinem Vollzeitjob als Produktmanager und als Sidepreneur an eigenen Projekten wie der Sidepreneur-Plattform hier, an einem Tool im Visual Branding für Marken und Unternehmen sowie als "Virtueller Produktmanager" für kleine und mittlere Unternehmen.
Ebenso experimentiere ich liebend gerne online und präsentiere euch bald neue Projekte!
Mehr Infos erhältst du hier: Über Sidepreneur

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