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Interview mit Tobias über seine Vorüberlegungen zum Start als Sidepreneur

Hier kannst du dir das Interview mit Tobias Eickelpasch von “rock your e-mail” über seinen Start als Sidepreneur anhören:

In dieser Folge erzählt uns Tobias von “rock your e-mail” wie er sich auf den Start seines Sidebusinesses vorbereitet hat. Es gibt u.a. darum, wie er seine Geschäftsidee validiert hat, das Gespräch mit seinem Arbeitgeber vorbereitet hat und wie er den Spagat zwischen Hauptjob, Familie und Nebenberuflichkeit meistert.

Wer das Interview lieber lesen statt hören möchte, der kommt hier auf seine Kosten:

Juliane: Hallo und herzlich Willkommen zu einer neuen Episode im Sidepreneur-Podcast. Heute bin ich Juliane wieder am Start und ich auch wieder einen spannenden Interviewgast. Das besondere ist, dass wir uns bereits kennen, persönlich kennengelernt haben und er ist ein langjähriger oder zumindest schon länger dabei und hört unseren Podcast.

Es ist Tobias Eickelpasch aus Frankfurt, der sich auch gleich vorstellen wird. Das Interessante ist, wir haben uns auf der Podcasthelden-Konferenz im Mai in Düsseldorf kennen gelernt und das war ganz interessant. Tobias stand vor mir und sagte, dass er mich kenne, da er doch regelmäßig den Sidepreneur-Podcast hören würde. Das war so für mich das erste Mal,
glaube ich, dass ich einen Zuhörer direkt getroffen habe. Auf der Rückfahrt dann gleich noch eine Hörerin. Aber das war wirklich so das erste Mal dass sozusagen, jemanden dem
ich schon regelmäig im Ohr bin auch persönlich zu treffen. Seitdem haben wir auch schon Frankfurt getroffen und einige Male auch schon per Mail ausgetauscht.

Unsere Vision ist es ja, dass nebenberufliches Gründen und Unternehmertum einfach sichtbarer zu machen, weil es so viele spannende Geschäftsideen und -modelle gibt, die nebenberuflich entstehen und dann wachsen, groß werden. Wir haben ja schon Episoden gehabt von erfolgreichen Sidepreneuren, die jetzt als Vollzeitunternehmer ihr Business führen. Dann gibt es anderen Beispiele von Sidepreneuren,die seit Jahren Sidepreneure sind und gar nichts daran ändern wollen und glücklich so in dieser Ssituation sind ihre Leidenschaft als Unternehmer nebenberuflich nachzugehen. Heute haben wir noch mal so einen ganz anderen Fall: Wir gehen mal ganz an den Anfang, denn unser Podcast ist ja sozusagen auch fürr Leute, die sich mit dem Gedanken tragen, nebenberuflich ihr eigenes Ding aufzuziehen. Tobias ist so einer und wir können ihn jetzt sozusagen ein wenig begleiten und hinter die Kulissen schauen, wie seine Gedankengänge sind, was er tut, wie er vorgeht. So viel der Vorrede:

Tobias herzlich willkommen im Sidepreneur-Podcast, stell dich doch einfach jetzt unseren Zuhörern und Zuhörerinnen einmal vor.

Tobias: Herzlichen Dank für die Einleitung. Mein Name ist Tobias Eickelpasch, ich sitze in Frankfurt und mein Projekt, an dem ich arbeite heißt “Rock your e-Mail” Da komme ich gleich noch zu. Ich sitze ja in Frankfurt bin hier auch angestellt also, mein Arbeitgeber sitzt in Starnberg bei München, aber ich hab hier ein Büro in Frankfurt und ich sitze in den schönen Räumlichkeiten des WeWork. Wer das noch nicht kennt. Das ist ein recht moderner Gemeinschafts- und individueller Büro-Dienstleister und zu denen kommen wir man nachher noch ein bisschen, um den Spannungsbogen zum Ende aufzubauen. Wir haben ja noch eine Ankündigung oder eine Überraschung am Ende.

Ich sitze hier mitten in so einem Meetingraum und um mich herum ist auch immer ein bisschen Leben. Also falls ein bisschen Atmosphäre mit rüber kommt, dann liegt es daran, dass hier Leben in der Bude ist.

Ich bin hier also Angestellter in Vollzeit und die Firma für die ich arbeite, heißt sc networks. Die Firma bietet ein e-Mail-Marketing & Marketingautomatisierungssystem an. Es ist eines der führenden und etabliertesten hier im im deutschsprachigen Raum. Da bin ich Projektmanager. Das mache ich jetzt seit fünfeinhalb Jahren ungefähr bei der Firma in Vollzeit. In dem Business in der E-Mail-Marketing-Branche bin ich war schon seit fast zehn Jahren. Da habe ich schon einiges an Erfahrung gesammelt und jetzt ist was dazu gekommen, dass sich noch in der Startphase befindet. Also kurz zur Einordnung: ich habe das Angestelltenverhältnis, ich habe auch schon ein Gespräch mit meinem Vorgesetzten,
einem der Geschäftsführer führen können und hab da schon mal rein gefühlt. Zumindest gerade in dieser, ich sag mal Softlaunch-Phase, in der ich auch noch viel teste, das Zwiebel-Start-up-Thinking-Prinzip lässt grüßen. Habe ich auch gelesen, vielen Dank dafür. Ja und da bin ich jetzt und genau eins hatten mir noch notiert: Also was mache ich genau? Was macht “Rock your e-Mail”? Das Motto will ich noch zum besten geben. Ich hab nämlich einen Streichholz-Satz. Vielleicht kennt jemand das Prinzip: Also ein Streichholz entzünden und dann schnell das Motto aufsagen. Ist ein bisschen wie der Elevator Pitch. Also das motto von “rock your e-Mail” lautet: Die Welt braucht mehr gute Nachrichten und weniger Spam. Bei “rock you e-mail” lernst du, wie du gute e-mails verschickst, wie das geht, ganz einfach: You gotta rock your e-mail. Das mache ich also, konkrete Tipps für gute nutzwertige relevante e-Mails geben.

Die Welt braucht mehr gute Nachrichten und weniger Spam

Juliane: Nun bist du ja sicherlich schon gut ausgelastet, du hast Familie, deine Zeit ist also begrenzt. Wie kommt man da auf die Idee jetzt auch noch nebenberuflich was zu machen? Was treibt dich an?

Tobias: Bei mir ist die Situation tatsächlich die, dass ich in meinem Job ,etwas mache das mir auch wirklich sehr gut gefällt und meinen Arbeitgeber schätze ich auch sehr. Ich bin also jetzt niemand, der von etwas wegläuft. Da gibt es ja diese “weg von” und manchmal diese “hinzu”-Gründer.

Ich bin also kein “weg-von”-Gründer, sondern einer der hinzu etwas gründen möchte und der Antrieb bei mir ist, dass was ich jeden Tag oder was viele von euch und uns jeden Tag im Posteingang erleben, nämlich zu viel Spam. Ich erlebe in meinem Job aber auch privat natürlich wie viel Schrott an e-Mails verschickt wird und wie lästig dieses Medium geworden ist und das ist sehr bedauerlich. Weil das Medium an sich viel Potenzial hat, wahnsinnig viel kann, sehr persönlich ist ein, persönliches Massenmedium und ich liebe also dieses Medium speziell die Automation, kenne die Themen im Bereich e-Mail-Marketing aus ganz vielen verschiedenen Blickwinkeln. Ich war selber Marketer, ich hab selber auch in
einer Beratungsagentur gearbeitet, ehe ich jetzt bei einem Systemanbieter angestellt wurde und irgendwann bin ich zu der Erkenntnis gelangt, dass ich eigentlich viel Erfahrung habe auch ein Netzwerk an Experten und ich diese Erfahrung könnte ich aber weitergeben, um zu testen. das war für mich auch so der Beginn einer Testphase ohne jetzt konkret zu sagen: ich mache jetzt sofort ein Business daraus, sondern einfach mal sehen wie kommt es an. Dafür habe ich ein Podcast gegründet und an dem Punkt bin ich auch. Ich dokumentiere viel von dem, was ich mache, was ich erlebe und versuche das weiterzugeben. Zweiter Punkt noch der wichtig ist aber auch, dass ich einen Mangel erkannt habe. Es gibt nicht viele gute Beratungsangebote auch speziell für eine Zielgruppe, die mir am Herzen liegt. Sidepreneure gehören dazu, smarte Entrepreneure, Solopreneure als solchen würde ich mich auch bezeichnen. Also wirklich kleine smarte Einheiten, nicht die großen Unternehmern, die eine ganze Marketingabteilung beschäftigen. Für die kleinen speziell gibt es, finde ich, nicht so das passende Beratungsangebot und in diese Nische möchte ich mit “rock your e-mail” gehen.

Vom Projekt zum Sidebusiness

Juliane: Du sprichst ja immer noch von Projekt und nicht von deinem Business. Du bist also noch ganz am Anfang, wenn ich das jetzt so richtig deute. Du hast jetzt also deine Geschäftsidee sozusagen validiert und wo stehst du jetzt? Was ist der nächste Schritt?

Tobias: Ja also ich habe im Sommer 2017, also vor ungefähr einem Jahr angefangen, sie zu validieren. Ich habe einfach mal mit dem Podcast losgelegt, um zu sehen, was kommt da für eine Resonanz. Lustigerweise habe ich im Flughafen in Reykjavik in Island auf den Launch-Button gedrückt, als ich gerade auf dem Weg in Urlaub war und vier Stunden Aufenthalt hatte, aber das nur nebenbei. Das heißt, ich bin unternehmerisch aktiv, ja, also das, was ich mache ist Entrepreneurship aber ich habe noch nicht gegründet. Also es gibt noch Formalitäten zu klären. Ich habe zwar schon Gespräche mit meinem Vorgesetzten geführt aber ich bin an dem punkt an dem es um die Nebentätigkeitserlaubnis geht und danach um die eigentliche Gründung aber fr mich ist das etwas das ich Schritt für Schritt machen will und zum Glück auch kann. Das habe ich erst noch einer gewissen Zeit realisiert wie wertvoll es, wenn man nebenberuflich gründet. Dass alles kann,nichts muss, kein Druck da ist so sehr und man eben die Idee mal reifen lassen kann.

Juliane: War “Alles kann, nichts muss” auch einer der Gründe, warum du deine Anstellung nicht an den Nagel hängst und Fulltime-Entrepreneur wirst?

Tobias: Ja, also, es gibt mehrere Gründe. Der wichtigste Grund  bei mir ist tatsächlich erstmal die Familie. Ich habe eine Frau und zwei junge Kinder. Fü mich steht ein stabiles Einkommen erstmal an oberster Stelle. Da kann ich mich jetzt auch in meiner Situation, in diesem Kapitel meines Lebens nicht in und ein waghalsiges Aabenteuer stürzen. Ich brauche so eine Sicherheit und das bietet mir mein Job und der macht mir noch Spaß. Eine wichtige Rolle spielte dann auch mein Arbeitgeber. Er gibt mir die Möglichkeit und Freiheit mal etwas zu tun und ich merke auch wie es mich so ein bisschen befreit und wie ich mich da entfalten kann, weil man also außerhalb jetzt auch des Unternehmens und da gibt es ja immer gewisse Zwänge und gewisse Prozesse einfach mal freidrehen kann im Kopf. Als ich mit meinem Vorgesetzten gesprochen habe, fand er die Idee auch sehr gut. Können wir nachher auch im Detail noch einmal drüber sprechen. Aber ich verstehe mich daher auch so ein bisschen als Intrapreneur, der der aus dem Unternehmen heraus gründet, aus den Erfahrungen, die dort gesammelt werden. Ich bin vom Typ her planvoll und bedächtig unterwegs, also ich bin jetzt keiner der sich sofort in  alles reinstürzt und einfach macht, macht, macht … also da beherzige ich manchmal das Pareto-Prinzip – so 20 Prozent machen und 80 Prozent Ergebnis erreichen nicht oft genug aber das start-up thinking hat mir dabei geholfen. Viele Grüße an den Felix Plötz, das zu verinnerlichen, dass es auch gut ist wenn man sich die Zeit nimmt, das zu validieren und jetzt habe ich mittlerweile so eine Balance gefunden zwischen Sicherheit und Job und der Freiheit ein eigenes Projekt anzuschieben und jetzt habe ich auch das Gefühl, ich bin immer noch mit Herzenslust und Motivation dran und das ist für mich das Signal zu sagen, ich kann jetzt die nächsten Schritte
gehen für mich validiert.

Das Gespräch mit dem Arbeitgeber – so hat sich Tobias vorbereitet

Juliane: Super, du hast das Gespräch mit deinem Arbeitgeber schon jetzt ein zwei Mal angedeutet. Wie hast du dich darauf vorbereitet? Wie bist du dann in das Gespäch gegangen und wie
war die Reaktion? Da ist oftmals auch so ein bisschen die Befürchtung, dass der Arbeitgeber da jetzt nicht ganz so happy ist.

Tobias: Anfangen würde ich erst einmal dem Punkt, den ich eben schon erwähnt habe. Dass ich also auf an dem Punkt bin, an dem ich nicht weg von meinem Arbeitgeber will, sondern mit dem sehr sehr gut zurechtkomme und gerne noch weiterarbeiten möchte. Ich möchte also hin zu etwas und das ist eine glückliche Situation, dass mein Arbeitsgebiet auch schon meine Leidenschaft ist. Ich will also bleiben aber halt einen gewissen Teil meines Tätigkeitsgebiets ein bisschen verlagern und dann habe ich das zusammen mit etwas anderem verinnerlicht. Das habe ich auch mal, ich glaube der Professor Faltin war das. Also von Günter Faltin habe ich ein schönes Wort gelernt: Ambiguitätstoleranz. Das hat sich bei mir eingebrannt, weil das kennen ja viele in den Gründungsphasen… also man kriegt ja Hummeln im Hintern. Entrepreneurs Feaver ist ja auch so ein schöner Begriff… also wenn man anfängt und man hat tolle Ideen und will diese auch gleich umsetzen. Da geht dann quasi die Temperatur hoch  und dann überlegt man, wie kriegt das jetzt auf die Straße gesetzt und so und das ist aber nicht immer ratsam in dem Moment Vollgas zu geben und als Ergebnis kommt so eine Unsicherheit und Ungewissheit heraus … also man hat eine Idee, man weiß aber nicht wie man das nur mit dem Job übereinbringen kann und wie könnte man sie validieren und auch mit dem Job vereinbart validieren. Die Ambiguitätstoleranz beschreibt im Grunde genommen, dass man so eine gewisse Leichtigkeit entwickelt dabei den Sachen Zeit zu geben.Aalso man sollte keine Entscheidung treffen, wenn man gerade mächtig Entrepreneurs Feaver hat hat und unbedingt Bock auf etwas hat, dass man umsetzen muss.

In dem Moment notiere ich mir meine Ideen, schreibe sie mir auf aber lass sie mal sinken und umgekehrt sollte man sich auch in nichts hineinstürzen, weil man sich gedrängt fühlt. Und diese Situation, dass es nicht auf heute auf morgen gehen kann, habe ich dann also zu meinem Vorteil, glaube ich, umgemünzt. Ich habe mich also auf mein Arbeitgebergespräch vorbereitet und habe da so die Weichen gestellt. Ich habe meine Ideen notiert und dokumentiert. Es ist für mich ein ganz wichtiger Prozess geworden, alles mal sammeln also so von jetzt auf gleich …Man findet spontan viele Gedanken aber wenn man das immer mal wieder durchdenkt, hilft das sehr. Ich hab dann also mein Fieber so gesenkt, mich vorbereitet und ich habe Argumente gesammelt. Also ganz konkret: wenn ich mich mit meinem Arbeitgeber zusammensetze und ich mir eine Zusammenarbeit auch vorstellen könnte, das ist bei mir der Fall… was will mein Arbeitgeber eigentlich? Was planen die? Welche strategische Ausrichtung haben die? Passen die Ideen des Unternehmens zu mir und dann kann man
sich sowohl mal spontan Überlegen als auch mal bewusst vor Augen führen, welche Signale kriege ich vom Arbeitgeber? Passt das zu mir und kann man da ein win-win oder sogar ne win win win-Situation schaffen also für den Arbeitgeber, für die Kunden, also meine zukünftigen Kunden und Klienten und auch für mich und wenn man das mal eine Zeit lang sammelt dann hat man irgendwann dieses Gefühl der Unsicherheit überwunden und dann dann hat man alle Argumente zusammen zu sagen wenn ich jetzt mit meinem Boss zusammensetze dann kann ich ihm das sehr plausibel näher bringen. Das habe ich dann gemacht,  ich hab dir mal so gesagt “hey Ausgangssituation, ich schaue und sehe in meinem Job was für Herausforderungen/ Probleme die Kunden haben, wie es auf unsere Unternehmen wirkt, auf meine Arbeit im Projektmanagement, was ist daran schlecht für die Kunden, was könnte besser sein, wie ist es für das Projektmanagement, für den Vertrieb, für das Management usw. weiter und nachdem ich das skizziert hatte, habe ich ihnen die Lösung präsentiert. Also ich konnte ihm sagen, dass Kunden eine gute Beratung brauchen, viel Kompetenz und Erfahrung könnte ich denen geben. Im Projektmanagement da brauchen unsere Projektmanager eine gute Vorarbeit. Wenn es ein Konzept gibt für e-mail-Marketing, eine klare Definition dessen was man im Marketing erreichen will, dann kann das Projektmanagement viel besser arbeiten und so habe ich mich am Ende zum Zulieferer und zum Vorarbeiter positioniert. Ich habe also gesagt, ich mache die Vorarbeit für das Unternehmen bevor die Kunden, also die die Unternehmen oder Entrepreneure ein System wie das meines Arbeitgebers einsetz,t arbeite ich mit ihm zusammen und dann gehen die mit Plan und mit Konzept und Verstand daran und ja, das hat ihn überzeugt. Da hatte ich dann am Schluss eine ganze lange Liste an Argumenten von denen er gesagt hat, dass er sie gut, validiere mal weiter und dann lass uns noch mal reden.

Juliane: Super, also du bist ja ziemlich strukturiert vorgegangen. Sicherlich ist das auch nicht von heute auf morgen oder über Nacht entstanden. Es hat gewisse Zeit gedauert. Was ich mich jetzt gerade, als du das so alles so schön erklärt hast, auch wie das sozusagen alles Hand-in-Hand mit deinem Arbeitgeber funktionieren kann, gefragt habe … wie du dir das später einmal vorstellst … Zeit ist endlich… und ich skizziere es jetzt einfach mal, ohne genau zu wissen, wie deine Arbeitszeiten sind, aber ich sage jetzt mal den klassischen 9-to-5-Job für den Arbeitgeber, das von Montag bis Freitag. Es klingt ja für mich sehr nach Beratungstätigkeit, nach sehr viel, wo du persönlich aktiv sein musst, wie du das unter einen Hut bekommen willst oder ob du da irgendwie eine Idee hast, dein Business zu automatisieren auch zu skalieren.

Tobias: Der Spagat, ich weiß, genau was du meinst.  Tatsächlich bin ich kein Fan des Prinzips Zeit für Geld, das also wirklich meine Uhr tickt und ich nur dann Geld verdienen kann, wenn ich in einem Beratungsgespräch bin und das bedeutet auch, dass ich nicht so sehr Fan davon bin in diese 1:1 Situationen zu kommen oder anders gesagt, ich stelle immer wieder fest, dass es gewisse Prozesse gibt, die sich im e-mail-Marketing wiederholen, natürlich von Kunde zu Kunde unterschiedlich, alleine schon weil Kunde ein anderes Produkt, andere Dienstleistungen oder dergleichen bietet, aber trotzdem gibt es ein paar Handgriffe, die man immer wieder so oder machen sollte und ich habe mir also viele Gedanken gemacht, was im e mail marketing muss rein wenn man sich an das Marketingkonzept heranbegibt? Was muss drin stecken? Was ist wichtig, damit am Ende eine ansprechende nutzwertige e-Mail rauskommt und was in den ganzen Prozessen kann aber auch raus? Viele der Kunden schupsen zum Beispiel viel zu viel Pixel rum wenn es um’s Design geht und da sage ich: hey fokussiert euch mehr auf den Inhalt und schubst jetzt nicht in das Logo rechts und links rum und wenn man also diese Methode vorantreibt und auch da wieder viel notiert und dokumentiert, sich das verinnerlicht dann merkt man so langsam wie man so den Kern des Ganzen freilegt und den kann man dann durchaus in eine gewisse Standardisierung bringen. An dem Punkt bin ich auch, wo ich sage, ich arbeite also an Angeboten, die eine klare Struktur haben, eine klare Anleitung bringen aber trotzdem jedem den Freiraum schaffen im e-mail-marketing denn das Umzusetzen, was zum Unternehmen passt, ist für mich ein wichtiger Ansatz. Das, was ich da mache, soll skalierbar sein, sowohl im kleinen als auch im großen und ich werde ganz dosiert und gezielt meine Arbeitszeit einsetzen und mich da jetzt nicht so Hamsterrad-Prinzip da richtig reinschmeißen sondern möchte da ein bisschen smarter vorgehen und darum, glaube ich, kann ich dann später einen besseren Spagat schaffen zwischen Job und Familie aber auch vielleicht
Job und Nebentätigkeit und Familie unter dergleichen.

Der Spagat zwischen Hauptjob, Familie und Nebenberuflichkeit

Juliane: Wie sieht es jetzt konkret aus bei dir. Wie schaffst du das eben neben Hauptjob, Familie und deinem jetzt noch Projekt bald Business. Wie sieht es organisationstechnisch/zeitentechnisch aus?

Tobias: Also ich habe tatsächlich zwei Methoden, das eine ist eine Methode für die Zeiteinteilung und andere würde tatsächlich als Werkzeug bezeichnen. also bei Zeiteinteilung da bin ich seitdem ich jetzt so validiere sag ich mal fast schon sensibel geworden, also im Sinne von, ich habe mir meinen Alltag und meine Routine sehr genau angeschaut, also auch schon einen 24 Stunden-Rhythmus. So ein netter Tipp: man malt mal einen Zeitstrahl auf und man schreibt dran zu welcher Uhrzeit ist man super konzentriert und produktiv und da geht der Pegel hoch und wo ist man es nicht bei mir ist direkt nach dem Mittagessen. Das schon mal so ein Anfang, um sich allein schon über seinen Tag bewusst zu werden. Wann kann ich etwas wirklich schaffen und wann nicht. Und dann kann ich mir meine Arbeitzeiten in gewissen Perioden legen. Ganz gezielt. Das ist das eine. Das andere ist, ich stecke, das Wichtigste immer zuerst in meine Zeitplanung rein. Also meine Familie und um meine Gesundheit sind die zwei wichtigsten Sachen. Wenn ich nicht gesund bin, kann ich für die Familie und Job nicht da sein. Das ist also deswegen schon mal wichtig und Familie kommt dann einfach als nächstes. Also das ist für mich auch, da gibt es ja diese Metapher. Ich weiß nicht, ich glaube, das war eine Vase. Es geht darum, dass man seine Vase gezielt befüllen sollte mit Kugeln. Mit größeren Kugeln, kleinen Kugeln und mit Sand. Die größeren Kugeln sind das wichtigste, die kleineren Kugel weniger wichtige und der Sand alles was sein muss. Ich habe jetzt mittlerweile, so glaube ich, gelernt dass ich die großen Kugeln zuerst rein machen muss, das wichtigste zuerst und dann die mittleren oder kleinen Kugeln und am Schluss erst den Sand und viele machen das, glaube ich, umgekehrt also die  beschäftigen sich halt mit Dingen, die nicht so wichtig sind. Sie verdaddeln dann hier und mal Zeit. Das soll tatsächlich auch ein Appell sein. Man fragt sich oft, wo die Zeit geblieben ist.Die überraschende Nachricht ist, dass es an dir liegt. Du hast dich vielleicht entschieden, die kleinen Kugeln und den Sand zuerst in die Vase zu machen.

Meine Familie ist am wichtigsten,also muss ich gucken, wann ich Zeit mit Frau und Kindern verbringe und das geht nur zu bestimmten Zeiten. Die gehen morgens aus dem Haus in die Schule, kommen zu bestimmten Zeiten zurück. Die Kinder sind nur zu bestimmten Zeiten wach und deswegen hat die Familie einfach oberste Priorität. Die Gesundheit ist auch wichtig. Ich fahre mittlerweile jeden Tag eine Stunde Rad – eine halbe Stunde zur Arbeit – eine halbe Stunde zurück, spiele Basketball und das ist mir auch noch super wichtig, damit ich produktiv bin.

Mit diesen Online-Tools erleichtert sich Tobias seine Arbeit

Zweiter Punkt ist, dass ich mich meinem weiterhin verpflichtet fühle, weil ich es sehr schätze, dass mein Arbeitgeber mir diese Freiheit gibt und den muss ich zu bestimmten Zeiten ausfüllen. Da muss ich für Kunden erreichbar sein, für Kollegen da muss ich machen. Das geht auch und ja, wenn ich das alles mal zusammenführe diesen Zeitstrahl und diese Grafik veranschauliche. Der Lars Bobach hatt, falls du dich erinnerst auf der Podcastheldenkonferenz auch vom perfekten Zeitplan gesprochen. Das geht so ein bisschen in die Richtung. Den kann man nie ganz einhalten aber daran zu arbeiten allein ist schon ein wichtiger Prozess der Verinnerlichung. Ich sehe dann meinen Biorhythmus, wann ich produktiv bin, wann kann ich Zeit mit meinen Kindern verbringen, wann komme ich meinem Job nach, wann habe ich Zeit und bei mir zum Beispiel für mein Projekt entweder ganz ganz ganz früh morgens. Tatsächlich bin ich schon um 5 aufgestanden oder rund um die Mittagspause vielleicht mal, aber hauptsächlich dann auch nach dem Feierabend. Da weiß ich dann, da kann ich das dann reinlegen. Also das ist so das Thema Zeit und bevor sie jetzt zu lang wird, kurz zu den Werkzeugen. Also ich habe mir vor allem digitale Werkzeuge zugelegt mit denen ich immer überall arbeiten kann also ortsunabhängig. Es ist ganz zentral, dass man da immer Zugriff hat. Ich bezeichne mich gerne als digitaler Siedler, weil ich kein Nomade bin. Die digitalen Nomaden, die machen ja auch ihr eigenes Ding. Ich habe Frau und Familie und sehe mich deshalb als digitaler Siedler. Ich habe zum Beispiel für die Aufgabenplanung sowas wie TodoIst. Das pflege ich immer ganz aktuell. Wenn mir eine Idee kommt, kommt es in eine Mindmap bei Mindmeister. Dokumente kommen in Evernote rein und das habe ich immer überall parat. Also Zeiteinteilung und die richtigen Werkzeuge sind die Hebel mit denen ich den Spagat am besten schaffen kann.

Juliane: Sehr spannend, vielen Dank für deine Insights. Da kann auch so einiges mitnehmen, auch dass man sich seinen eigenen Tage einfach einmal anschaut und wie man sich den am besten strukturiert. Hast du Vorbilder? Wer inspiriert dich?

Tobias: Eine Person, die mich wirklich inspiriert hat, ist Simon Sinek*. Er ist, meine ich, ein britisch-amerikanischer Autor und Unternehmensberater. Er ist im Bereich der strategischen Kommunikation tätig. Vor kurzem habe ich erst das TED Video von ihm gesehen “How great leaders inspire action” oder so ähnlich. Das meist gesehene TED-Video der Welt. In diesem Video hat er das Prinzip des Golden Cirles präsentiert, also dass man immer mit sienem Warum anfangen soll. Drumherum liegt das How und ganz außen liegt das Was. Das ist mein absoluter Tipp

Zum Thema Entrepreneurship da bin ich so bei den deutschen Autoren angelangt, also Günter Faltin und sein Buch “Kopf schlägt Kapital*”. Das hat mir damals den Kopf verdreht.

Außerdem kann ich Brigitte und Ehrenfried Conta Gromberg empfehlen. Die haben das sogenannte Smart Business Concept* entwickelt. Sie sind fast nur auf der Solopreneur-Schiene unterwegs und auch das hat mich sehr inspiriert.

Netzwerken aber richtig

Juliane: Wie wichtig ist für dich Netzwerken?

Tobias: Es ist superwichtig. Ich bin vor allen Dingen in Online-Netzwerken unterwegs. So sehr ich sie mag, benötige ich sie nur als Instrument, weil nicht über die menschliche Begegnung geht. Schau uns an, wir treffen uns bei der Podcasthelden-Konferenz und schwups, da machen wir gleich ein Video und ein Interview

Die menschliche Begenung ist mir wichtig, aber ich bin auch wählerisch geworden. Es ist kostbar, aber ich renne jetzt nicht auf jede Netzwerkveranstaltung und wenn ich mir meinen 24-Stunden-Rhythmus vor Augen führe und sehe, wie viel Zeit ich habe, es gibt ja auch noch ein Privatleben. Und im E-Mail-Marketing gibt es nicht wirklich viele Veranstaltungen, wo ich noch was mitnehmen kann. Ich prüfe also bei jeder veranstaltung ganz genau, ob es sich für mich lohnt. Ich fände es ja total spannend, wenn es einmal eine Veranstaltung für Sidepreneure geben würde, oder?

Juliane: Das ist eine ganz tolle Idee und hierzu möchten wir euch auch einladen, denn am Dienstag, 18. September 2018 ab 18 Uhr haben wir unser erstes Sidepreneur-Meetup im WeWork in Frankfurt geplant. Wir freuen uns also, wenn wir uns persönlich kennen lernen und vernetzen und Spaß miteinander haben. Anmelden könnt ihr euch über diesen Eventbrite-Link.

Wir freuen uns auf euch!

Dir lieber Tobias, vielen Dank für deine Insights. Schön, dass wir hinter die Kulissen schauen konnten, wie du dich auf dein Side-Business vorbereitest. Wir wünschen dir viel Erfolg mit “rock your e-mail”.

Tobias: Sehr gerne und vielen Dank für die Einladung Juliane.

Tobias Eickelpasch und “Rock your e-mail” im Internet

Webseite und Podcast: www.rockyouremail.com
Twitter: https://twitter.com/rockyouremail
Facebook: https://www.facebook.com/rockyouremail
itunes Podcast
Spotify

 

Über den Autor

Juliane Benad

Juliane Benad

Juliane Benad ist Social Media Beraterin für KMU und Solopreneure. Als internationale Betriebswirtin mit Schwerpunkt Marketing war sie viele Jahre im Marketing eines Frankfurter Fachverlages tätig und hat hier maßgeblich die Social Media-Kanäle aufgebaut. Außerdem ist sie Chefredakteurin des Online-Magazins digital-media-manager.com.

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