Podcast Sidepreneur-Podcast

Neuigkeiten bei Sidepreneur

Zum Jahreswechsel, schließt man viele Dinge ab und setzt sich neue Ziele für das kommende Jahr. Und auch bei Sidepreneur wird es im nächsten Jahr einige Veränderungen geben.
Die Neuigkeiten bei Sidepreneur verkünden in dieser Episode, Dajana und Juliane.

Dajana: Wir wollen Euch Neuigkeiten verkünden. Für mich ist das heute hier der letzte Podcast für das Sidepreneur-Team und für den Sidepreneur-Podcast, weil ich mich dazu entschlossen habe, Sidepreneur hinter mir zu lassen. Jule und ich, wir wollen Euch noch ein bisschen erzählen, wie das gekommen ist und warum ich mich dafür entschieden habe.
Juliane: Ganz genau. Denn wie auch Michael wollen wir natürlich auch transparent arbeiten und Euch daran teilhaben lassen, was bei uns geschieht. Und wenn jemand das Team verlässt, dann gibt es dafür Gründe. Und da dachten wir uns einfach, das könnte auch für euch ganz spannend sein. Genau deshalb haben wir uns zusammen telefoniert und sprechen darüber. Denn für Dajana hat sich herausgestellt, dass das Sidepreneur-Dasein nicht so ganz das Richtige ist bzw. für sie nicht funktioniert.

Und da wollte ich Dich jetzt einfach mal fragen: warum hat es für Dich nicht funktioniert?

Wir haben vor einem guten Jahr gestartet, und ich fand es richtig cool Sidepreneur mit euch zu starten. Wir hatten damals alle so richtig das Kribbeln, Sidepreneur zu übernehmen. Und ich hatte mir schon so ein bisschen vorgestellt, wie das wohl sein würde, und was wir so alles machen würden. Wenn wir miteinander gesprochen haben, dann hatten wir auch wirklich tolle Idee und die haben wir immer noch. Ich hab nur gemerkt, dass ich als Selbständige immer in einem Interessenkonflikt war, wie ich dieses Side Business mit Sidepreneur umsetzen kann.
Das heißt, wenn sich irgendwelche Kunden bei mir gemeldet haben, dann hab ich mich immer für meine Kunden entschieden und hab dort ganz agil und flexibel reagiert. Und es hat sich dann gezeigt, dass für mich Sidepreneur überhaupt nicht umsetzbar ist. Ich hab ganz oft gemerkt, dass ich Sidepreneur hinten anstelle, dass ich keine Zeit für Sidepreneur habe. Meine Gedanken waren häufig: „Mein Gott, wie soll ich das denn alles überhaupt schaffen?“ Ich hab dann versucht, mir Strukturen aufzubauen, mit denen ich arbeiten kann; d.h., ich hab versucht, outzusourcen und mich in unserem Team einzubringen, dass wir alle was davon haben.
Es hat sich dann aber für mich ganz persönlich herausgestellt, dass der Druck letztendlich zu groß ist und es einfach nicht mehr schaffe. Und bevor ich dann überall einen schlechten Job abgebe, Euch im Team vergraule, vielleicht Podcasts mache, mit denen ich nicht zufrieden bin, hab ich mich dazu entschieden, Sidepreneur für mich mit Jahresablauf zu beenden.

Peter und ich finden das natürlich sehr schade, und wir bedauern es sehr, aber wir können deine Gründe natürlich verstehen. Und jeder muss sehen, dass er sich mit der Situation, in der er sich befindet, auch wohl fühlt.

Was war denn Deine allergrößte Herausforderung mit Sidepreneur? Wie war es, die Podcasts aufzunehmen? Wo hast Du Engpässe für Dich wahrgenommen?

Ich glaube, mein größter Engpass war tatsächlich die Zeit. Ich hab ja auch eine Familie, und wenn ich dann meinen normalen Job gemacht habe, der häufig mein gesamtes Zeitbudget aufgefressen hat, da dann auch noch Sidepreneur unterzukriegen, das fiel mir total schwer. Und es gab wirklich Situationen, mit denen ich gekämpft habe, um zu entscheiden: ist es jetzt Zeit, Sidepreneur zu machen, oder ist es jetzt die Zeit, mein Kind aus der Kita abzuholen? Ich hatte häufig Interessenskonflikte aufgrund des Zeitmangels.
Das zweite… Also, was mir überhaupt gar kein Problem bereitet hat, ist tatsächlich das Podcasten. Mir hat das ziemlich viel Spaß gemacht. Ich fand das mit der Technik nicht ganz so schwierig, und irgendwie hab ich dann auch totalen Spaß daran entwickelt, andere zu interviewen. Das fand ich total genial und schön, dass wir da alle zusammengearbeitet haben. Worin aber noch eine Herausforderung bei mir lag, war dann doch das Thema Entrepreneurship und Sidepreneurship. Das ist irgendwie nicht so meins. Entrepreneurship ist für mich irgendwie so „Hipster“ und „digital“, und da finde ich mich überhaupt nicht wieder.
Die 4-Stunden-Woche, Online-Entrepreneurship, oder sowas, das ist alles überhaupt nicht mein Thema. Da ist es mir super-schwer gefallen, überhaupt  Interviewpartner zu finden, und mich dann auch für die Themen zu interessieren. Ich bin offensichtlich ein richtiger „Offliner“. Für mich ist das deutsche Wort „Unternehmerschaft“, viel mehr, was ich beruflich machen möchte, und womit ich mich am meisten identifiziere; das heißt, tatsächlich Menschen live zu treffen, nicht in meinem stillen Kämmerlein vor mich hin zu arbeiten, sondern tatsächlich auch wirklich rauszugehen und Menschen offline zu treffen. Das war noch ein riesiger Schritt für mich.

Juliane: Mir geht’s da ein bisschen ähnlich. Ich fühle mich sozusagen erst in das Thema Entrepreneurship und Unternehmertum rein, weil ich ja noch das klassische Angestelltendasein irgendwo im Kopf habe; und ich jetzt auf einmal für alles selbst verantwortlich bin und jede meiner Entscheidungen auch voll tragen muss.

Ich finde es total spannend, was Du erzählst. Denn für mich sind die Worte gar nicht so an „digital“, „Hipster“ und „online“ geknüpft, sondern für mich ist es alles das gleiche. Und ich muss sagen, bin ja über Sidepreneur auch schon offline mit total vielen Leuten in Kontakt gekommen, mit denen ich vielleicht sonst gar nicht in Kontakt gekommen wäre. Ich hab da noch nie diesen Online-Gedanken gehabt, dass Entrepreneurship sich so ans Digitale orientiert.
Ich hab das synonym verwendet.

Ja, das ist total seltsam. Für mich ist es eine Unterscheidung. Ich weiß auch nicht, woher das so genau kommt. Aber ich habe einfach gemerkt, dass ich mich deutlich in den Offline-
Netzwerken und Unternehmen mehr finde, als in den Online-Unternehmen. Aber vielleicht hab ich da auch nur einen Knoten im Kopf.

Als einen Grund, hast du auch angegeben, dass wir im Team auch sehr stark online zusammengearbeitet haben. Wie fandest du das? Und hättest du es besser gefunden, wir wären alle öfter mal offline zusammen gekommen? Hätte das dann vielleicht besser funktioniert?

Ja, Ich glaube schon. Es hätte gar nicht sein müssen, dass es in Berlin stattfindet. Aber ich glaube, mir hätte es besser gelegen, wenn wir uns häufiger gesehen hätten. Ihr seid ja auch auf Trello aufgesprungen, und ich komme mit Trello klar, ich habe auch ein paar Kunden, die mit Trello arbeiten. Aber ich liebe es nicht. Klar hab ich Todoist als Tool, das nutze ich auch total gerne und das nutzen wir im Team auch total gerne, aber tatsächlich ist es so, dass ich auch immer noch eine Papierliste hab. Ich arbeite quasi auf 2 Schienen. Und ich merke schon, dass es mir leichter fällt, irgendwie nicht so zeitversetzt zu arbeiten.
Wir hatten es ja ganz häufig so, aufgrund unserer unterschiedlichen Anforderungen in unserem restlichen Leben, dass wir ganz zu unterschiedlichen Zeiten gearbeitet haben.
Peter hat oft nachts gearbeitet, Du hast oft nachmittags und Freitags gearbeitet, als Du noch angestellt warst; und ich hab irgendwie immer versucht, das so in meinen Tagesablauf zu pressen, was aber eigentlich, wie ich schon gesagt habe, nie geklappt hat.
Für mich war das echt eine riesige Herausforderung, und ich merke, ich kann in Remote-Teams arbeiten, aber nicht, wenn die Teams ausschließlich remote sind. Ich hab schon auch ein paar Teams, in denen ich arbeite, aber da bin ich nicht nur auf remote angewiesen. Und das fällt mir dann schon leichter, wenn wir uns so 2, 3 Stunden alle paar Wochen zusammensetzen können, Dinge diskutieren und wirklich Face-to-Face uns gegenübersitzen. Das fällt mir durchaus leichter, als ausschließlich remote zu arbeiten. Das lag überhaupt gar nicht an Euch. Mir hat die Arbeit mit Euch immer viel Spaß gemacht. Ich fand das echt immer sehr bereichernd, weil wir auch aus unterschiedlichen Ecken gekommen sind mit unseren Gedanken und Ideen. Ich glaube, für mich ist es einfach nicht die passende Funktionalität gewesen.

Das ist ja auch eine sehr gute Erkenntnis: was kann man, was kann man nicht? Was funktioniert, was funktioniert nicht? In der Unternehmer- und Entrepreneur-Szene, ist ja auch das Scheitern immer wieder ein Schlagwort. Würdest du deinen Ausstieg hier bei Sidepreneur als Scheitern bezeichnen?

Definitiv nicht. Überhaupt gar nicht. Ich hab lange überlegt und wirklich versucht, meinen Platz zu finden. Ich fand es grandios, dass wir Sidepreneur zusammen übernommen haben.
Die Dinge, die wir in diesem einen Jahr erlebt haben, die würde ich auf gar keinen Fall missen wollen.
Ich finde es toll, dass ich so viel ausprobieren konnte. Ich mag das Podcasten, und natürlich überlege ich, ob ich selber einen Podcast, starten soll oder nicht? Aber das ist jetzt aber erstmal hinten angestellt. Ich fand es einfach total grandios, die Zeit mit Sidepreneur zu haben, und ich sehe das eher so, dass ich sehr froh bin, das ausprobiert zu haben.
Wenn man für sich erkennt, dass es nicht funktioniert, dann hat man immer die Möglichkeit zu sagen: „Okay, ich schleif das jetzt trotzdem mit“. Aber an dieser Stelle bin ich nicht, sondern sage:
„Okay, ich bin fair zu Euch, und sage Euch: Leute, ich schaff das nicht, für mich passt es nicht“.
Es ist mir auch sehr wichtig, dass man wertschätzend miteinander umgeht. Und als Team-Mitglied sagt: „Für mich ist das nicht okay; ich denke, ich werde Euch nur behindern“. Und letztendlich wär’s das dann so geworden, weil, wenn der Fokus nicht zu Sidepreneur gekommen wäre. Dann wäre ich sicherlich auch nicht die beste Teampartnerin für Euch gewesen.
Ich finde es einfach gut zu sagen: „Okay, ich beende das an der Stelle“. Mir hat die Zeit über wirklich großen Spaß gemacht, es hat mich an ganz vielen Stellen bereichert. Jetzt zu sagen: „Okay, ich mach hier einen Schlussstrich“, finde ich ziemlich gut. Und da ich auch ein bisschen stolz auf mich, dass ich das nicht weiter schleppe. Für mich hätte es Stress bedeutet, und letztlich hätte ich den vermutlich auch auf Euch abgewälzt, was überhaupt nicht okay gewesen wäre.

Solche Entscheidungen zu treffen ist immer gut. Und oftmals fühlt man sich danach auch erleichtert. Peter und ich, wir werden jetzt einfach mal gucken. Ich werde gleich noch ein bisschen was dazu sagen, wie es bei uns weitergehen wird. Aber lass uns doch nochmal über Dich sprechen Dajana. Ab Januar hast du ja ein bisschen mehr Zeit für dein Business. Wo geht für Dich in 2018 die Reise hin?

Ja, für mich ist das so, ich bin jetzt seit starken 3,5 Jahren selbständig. Ich arbeite als Social-Media-Beraterin und als Social-Media-Coach in Berlin für kleine und mittelständische Unternehmen. Und ich hab wirklich sehr viel ausprobiert in den letzten 3,5 Jahren. Ich habe mich jetzt tatsächlich wieder auf das fokussiert, was ich eigentlich machen möchte. Ich möchte Agenturleistungen im Bereich Social-Media anbieten; natürlich immer noch als Social-Media-Beratung, aber eben auch Social-Media-Umsetzung. Und in diesem Sinne richte ich mein Business noch fokussierter aus und biete auch wirklich viel an in dem Bereich: Social-Media-Training, Entwickeln von Social-Media-Kompetenzen, Social-Media-Workshops und Social-Media-Umsetzung. Und das ist etwas, worauf ich mich wirklich sehr freue, weil ich fest davon überzeugt bin, dass dieser Plan aufgeht.
Soviel zum Thema Scheitern. Also, ich weiß jetzt schon ganz viele Dinge, die für mich nicht funktionieren. Da war Sidepreneur sicherlich nicht das einzige Projekt, das für mich nicht funktioniert hat. Deswegen freue ich mich jetzt auf 2018 und auf die Umsetzung meiner Pläne in Richtung Social-Media-Fullservice-Agentur.

Das hört sich doch echt spannend an. Du hast sozusagen Deinen Fokus festgelegt und gefunden. Wir sind da natürlich auch gespannt, wie es bei Dir weitergeht. Und wir sind ja nicht aus der Welt, das ist ja das Schöne. Du bist zwar nicht mehr im Team, aber trotzdem immer noch da. Von daher werden wir noch eine Menge mitbekommen. Bevor ich jetzt noch so ein bisschen was so zum Abschluss sage, wie es bei Sidepreneur weitergeht, denn das interessiert Euch ja bestimmt auch: magst Du vielleicht noch etwas unserer Community mit auf den Weg geben?

Ja, sehr gerne. Also, ich möchte mich erstmal für die Zeit mit Sidepreneur bedanken, bei Euch beiden, Jule und Peter, aber natürlich auch bei Euch, die Ihr unseren Podcast abonniert habt.
Ich möchte Euch vor allen Dingen eines mitgeben: seid mutig und habt Zuversicht; ich glaube, das ist wirklich super und wichtig. Ich hab ja den letzten Podcast darüber gemacht, welche Eigenschaften ein Sidepreneur haben muss, und mittlerweile bin ich wirklich der Überzeugung: Mut und Zuversicht sind die Eigenschaften, die ein Entrepreneur, ein Unternehmer, die ein Sidepreneur haben sollte, um wirklich bestehen zu können.

Auf jeden Fall. Man muss mutig sein, ansonsten bleibt man immer nur da, wo man schon ist.

Genau.

Man muss auch mal einen Schritt voraus gehen.

Wie heißt es immer so schön: „Der Erfolg liegt außerhalb der Komfortzone“.

Genau, und deshalb noch so ein ganz kurzer Ausblick. Einen Rückblick werden Peter und ich mit Sicherheit noch im nächsten Jahr aufnehmen. Denn es ist ja wahnsinnig viel passiert in den letzten 12 Monaten.

Die Community hat sich extrem entwickelt; und da wollen wir einfach nochmal ein bisschen zurückschauen, was im Jahr 2017 so passiert ist. Aber sicherlich interessiert Euch auch wahnsinnig doll, wie es jetzt mit Sidepreneur weitergeht, ob wir jemand neuen mit ins Team holen.

Eigentlich wird es erst einmal gar nicht so viele Veränderungen geben. Wir werden eine kurze Pause einlegen, und wir werden uns Mitte Januar wieder hören. Ansonsten werdet Ihr wie gewohnt Podcasts auf die Ohren bekommen, oder Blog-Artikel bei uns nachlesen können. Wir haben auch einige Projekte und Ideen, die wir in 2018 aktiv angehen wollen. Aber erst einmal, bleibt alles so, nur dass eben Dajana nicht mehr da ist.

Es kommt auch niemand neues dazu. Peter und ich, wir rocken das gemeinsam weiter. Genau in diesem Sinne möchte ich Euch auch im Namen von Peter danken. Dafür, dass Ihr uns in 2017 so gut aufgenommen habt, unsere Podcast-Episoden hört, unsere Blog-Artikel lest und auch im ein oder anderen Webinar dabei wart. Wir wünschen Euch jetzt einen wunderbaren Jahresausklang, eine schöne Sylvester-Party, und einen wunderbaren Start in ein super-erfolgreiches und gesundes neues Jahr.

 

Falls ihr den Kontakt zu Dajana halten wollt, findet ihr sie hier:

Über den Autor

Dajana von Sidepreneur

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