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Lars Wrobbel im Interview: P2P Investments, Self-Publishing & sein Weg als Sidepreneur

Im Interview mit Lars Wrobbel geht es um seinen Weg als Sidepreneur. Außerdem teilt er spannendes Know-How über Self-Publishing und P2P Investments mit uns.

 

Mit Lars Wrobbel begrüßen wir wieder einen weiterer erfolgreichen Sidepreneur, gerade auf dem Absprung zum Vollzeit Entrepreneur, bei dem man sich eine Menge abschauen kann und dessen mehr als praktikable und leicht umsetzbare Tipps dein Sidebusiness voranbringen können.

Lars, wer bist du und warum bist du deiner Meinung nach heute mein Interviewgast?

 

Ich bin 33 Jahre alt, komme aus einem kleinen Dorf namens Delbrück in Ostwestfalen, habe einen Sohn und eine Lebenspartnerin. Von Berufs wegen bin ich gelernter Softwareentwickler, arbeite aber inzwischen schon 13 Jahr in der IT Beratung und Projektleitung.

Neben meinem Beruf habe ich mir inzwischen mehrere Standbeine aufgebaut. Ein Amazon Selfpublishing Business, einen Blog: passives-einkommen-mit-p2p.de, ein T Shirt Shop und noch mehrere kleine Projekte. Ab Juli folgt dann auch ein Podcast.

 

 

Ein mehrfacher Sidepreneur mit einer spannenden Story

 

Peter: Woher kam die Motivation ein Sidebusiness zu starten und wie hast Du angefangen?

Lars: Ich wusste Jahre nicht, was ein Sidepreneur ist.

Ich habe schon in der Berufsschule Sportwetten abgeschlossen und bin neben meiner Ausbildung so in das Thema eingestiegen, dass ich davon hätte leben können, wenn mir die deutsche Regelung da nicht eine Strich durch meine Rechnung gezogen hätte. Also endete das erste kleine Business in 2011.

Danach bin ich einem persönlichen Faible gefolgt und habe ein amerikanisches Buch übersetzt. Sinn und Zweck war es einfach, das Buch mehr Menschen (wieder) zur Verfügung zu stellen. Hier habe ich meine erste Erfahrung des Mehrwert-Schaffens erlebt. Das Buch ist heute immer noch online, es hat sich über 1000 Male verkauft und ist mittlerweile sogar vertont. Ich blicke gerne auf diese Erfahrung zurück.

 

Peter: Hast Du die Rechte für das Buch gekauft oder war es schon rechtefrei?

Lars: Eine gute Frage! Ich habe damals unwissend einfach losgelegt und mich erst nachträglich über die rechtliche Seite informiert. In Amerika ist es wie auch in anderen Ländern so, wenn die Rechte nicht weitervererbt werden und das Ableben des Autors schon mehr als 70 Jahre her ist, ist der Text rechtefrei.

 

Peter: Wo hast Du das Buch veröffentlicht?

Lars: Da es bekanntlicherweise schwierig ist, einen Verlag zu finden und ich ja nur die Übersetzung gemacht habe, bin ich gleich in Richtung Selfpublishing gegangen. Ich habe es zuallererst mit der Plattform BOD versucht, aber mir gefiel diese nicht. Dann habe ich mir die beiden möglichen Plattformen von Amazon “Create Space” (Taschenbücher) und “Kindle Direct Publishing” (Ebooks) angesehen und bin bei Amazon geblieben.

 

Peter: Was motiviert Dich? War es dieser Autor, der Dich so begeistert hat?

Lars: Was ich aus den beiden Projekten sofort ablesen konnte, ist, dass ich es schätze, etwas von Null an zu lernen und dann zur Perfektion bzw. zum Expertenstatus zu bringen. Es macht mir Spaß, etwas zu meistern; mich mit einem Thema so gut auszukennen, dass ich zu den 0,5% gehöre, die damit verdienen können. Natürlich auch die Herausforderung, die dahintersteckt zu bewältigen.

 

Peter: War das Dein Einstieg in das Sidebusiness?

Lars: Noch nicht ganz. Ich habe noch eine weitere Übersetzung gemacht. Ich habe aber schnell gemerkt, dass da wenig Geld umgesetzt wird. Mein Einstieg kam, als ich mich mit Kolja Barghoorn (aktienmitkopf.de) zusammengetan habe.

Wir kannten uns schon vorher, weil mich seine Videos und Artikel sehr interessiert haben und dann habe ich ihn eines Tages angeschrieben, ob wir nicht zusammen ein Buch schreiben wollen. Geld verdienen war auch hier nicht die Grundmotivation, sondern mir selbst Wissen aneignen und das auch weiterzugeben. So kam also der Einstieg, mein Start ins Bloggen. Bemerkenswert ist, dass ich bis dahin noch nicht eine Website programmiert oder veröffentlicht hatte.

Das Buch brachte mich dann wieder zum Selfpublishing, was ich bis Ende 2016 gut ausgebaut habe und mein “Hauptnebeneinkommen” ist. Mein eigentlicher Beruf ist inzwischen mehr mein Nebenjob!

 

Peter: Was ist deine Grundmotivation? Was möchtest Du erreichen?

Lars: Meine Motivation ist mein eigenes Interesse. Ich möchte mich mit den Themen beschäftigen, richtig einsteigen und Wissen ansammeln.

 

Peter: Kannst Du mir in kurzen Worten einen P2P Kredit erklären?

Lars: Nehmen wir als Beispiel eine Büroeinrichtung, die 10.000 EUR kosten soll. Diese möchte man über einen P2P Kredit finanzieren. Auf einer Website wie z.B. auxmoney.com stellt man das Projekt ein und die “crowd” kann mit kleinen Beträgen von z. B. 50 EUR sich beteiligen bzw. investieren. Die Investoren verdienen durch die Rendite. Die Zinsen sind natürlich viel höher.

Über diese Erfahrung schreibe ich in meinem Blog und versuche das den Lesern näher zu bringen. Ich habe keine Produkte sondern verdiene Geld damit, meine Erfahrung preiszugeben, im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Peter: Wie würdest Du das Investieren generell in P2P Krediten beschreiben? Ist es eher Risikoanlage oder kann man auch guten Gewissens einen Test machen?

Lars: Einen Test kann ich auf jeden Fall empfehlen, weil man mit kleinen Beträgen von bspw. nur 10 EUR einsteigen kann. Generell ist es aber eine Risikokapitalanlage, weil die Plattform bankrott gehen kann oder auch Kredite mit einer Rendite von 30-40%, wie bspw. in baltischen Staaten, auch komplett ausfallen können. Es ist kein Tagesgeldkonto, aber gut um Erfahrungen zu sammeln.

 

Peter: Warum hast Du begonnen einen Teil Deines Einkommen zu investieren und wie war Dein Weg zu P2P?

Lars: Ich habe früh angefangen zu investieren und auch den Fehler gemacht, mich von einem Banker beraten zu lassen. Tagesgeld-Hopping war auch eine Weile Thema, bis dann eine isländische Bank während der Finanzkrise geschlossen hatte und somit mein ganzer Einsatz verloren war.

Dann habe ich P2P Kredite entdeckt. Hier habe ich auf Koljas inhalte über P2P und auch ETF von aktienmitkopf.de zugegriffen. Ich habe dann ein passives Portfolio mit Kombinationen aus Indexfonds und ETFs aufgebaut und gleichzeitig in P2P Kredite investiert. Ich schrieb dann Kolja wie schon erwähnt an, ob wir nicht ein Buchprojekt zusammen starten wollen.

Hier ist meine Passion für die P2P Kredite entstanden und ich fing an, mir meinem Expertenstatus aufzubauen. Das Buch Investieren in P2P Kredite* ist inzwischen ein Standardwerk in dem Bereich und meine Website ist passives-einkommen-mit-p2p.de.

 

Peter: Zurück zur nebenberuflichen Selbständigkeit. Siehst Du es als Zwischenstation oder als eine langfristige Lösung?

Lars: Das Sidebusiness war immer ein langfristiges Konzept. Ich kam in meinem Job immer gut zurecht und mochte die Sicherheit, die mir das Angestelltendasein bringt, lange nicht missen. Vor allem, weil ich einen Sohn habe. Es war lange eine gute Kombination, um parallel zu fahren. Man muss für sich schauen, ob es sich rechnet, aber es kann auf jeden Fall gut nebenher laufen.

Inzwischen hat sich mein Denken gewandelt. Ich wollte mehr, als meine Zeit zuließ und mit einer 40h Vollzeitstelle bleibt wenig Raum, wenn man etwas erreichen will. Mittlerweile blockiert mich der Job jeden Monat und es steht in keinem Verhältnis mehr zu dem Verdienst, so dass ich mich für die komplette Selbständigkeit entschieden habe. Für den Übergang habe ich ein Sabbatjahr beantragt, zuerst war der Plan danach wieder zurückzugehen, aber ich habe einfach noch viele neue Ideen, die ich umsetzen müsste. Wäre das aber nicht so, würde ich das auf jeden Fall noch parallel laufen lassen.

 

Peter: Kann man sagen, dass Dir der langfristige Weg geholfen hat, Dich jetzt für die komplette Selbständigkeit zu entscheiden? Oder hättest Du nicht gleich in die Selbständigkeit gehen können?

Lars: Ich bin nicht der Typ für den Sprung ins kalte Wasser. Ich brauchte für eine Weile die Sicherheit. Mit jedem Euro, den man parallel verdient, bist Du sicherer, hast mehr Verhandlungsspielraum bei Gesprächen bzw. Forderungen mit / an Deinen Arbeitgeber. Ich wage ja erst jetzt den Weg in die Selbständigkeit.

 

Peter: Würdest Du den gleichen Weg, den Du gewählt hast, noch einmal wählen oder hättest Du abkürzen können?

Lars: Ich würde vieles ähnlich machen, aber deutlich mehr Fokus auf wenige oder ein Thema legen. Ich habe viel parallel laufen lassen.

 

Peter: Wenn Du nicht soviel probiert hättest, wären viele Sachen vielleicht gar nicht zustande gekommen, oder?

Lars: Richtig, wenn ich nicht so viel ausprobiert hätte, würde es weder den Blog geben, noch den T-Shirt Shop noch hätte ich andere Geschäftsmodelle kennengelernt.

 

Peter: Inzwischen ist Deine größte Einnahmequelle Dein Selfpublishing. Was war dein größter ‘Fail’?

Lars: Ich habe anfänglich Affiliate Seiten getestet – definitiv mein größter Fail. Ich glaube, weil ich dafür keine Passion entwickeln konnte. Ich habe Seiten hochgezogen, um damit Geld zu verdienen, aber kein Geld verdient.

 

Peter: Meine ersten Nischenseiten waren anfänglich auch das Gegenteil von erfolgreich. Das Gute ist, dass man aus den Fehlern lernt. Zum Beispiel plug ins oder landing pages zu setzen. Learning by doing.

Lars: Ja, wenn Du den Durchblick hast, das so zu sehen, richtig, dann ist kein Fehler ein Verlust, viele haben aber nicht den Weitblick.

 

Peter: Du hast ein flexibles Arbeitsmodell in Deinem Anstellungsverhältnis. Kannst Du da ein bisschen zu berichten?

Lars: Ich habe bis zum letzten Jahr in Vollzeit gearbeitet und erst in diesem Jahr auf Teilzeit gewechselt. Allerdings habe ich keine vertikale Aufteilung à la 4 Tage arbeiten und 1 Tag frei, sondern ich arbeite Vollzeit und habe dann z.B. 3 Monate am Stück frei oder kann mir entsprechend arbeitsfreie Zeiten einteilen. Dein Spielraum, so ein Modell mit dem Arbeitgeber auszuhandeln, ist natürlich viel größer, wenn Du ein Sidebusiness hast.

 

Peter: Bist Du immer im Büro, wenn Du für Deinen Arbeitgeber arbeitest?

Lars: Ich bin einen Tag im Home Office und arbeite 4 Tage vor Ort im Büro. Zudem haben wir frei einteilbare Arbeitszeiten, was ein enormer Vorteil ist. Dennoch glaube ich, kann man auch ein Nebenerwerb aufbauen, wenn man feste Arbeitszeiten wie z.b. 8:00 bis 16:00 Uhr hat.

 

Peter: Mein Modell ist das vertikale, 4 Tage Arbeit, 1 Tag frei. Das nebenberufliche Standbein verbessert Deine Verhandlungsposition gegenüber dem Arbeitgeber, wenn man wegen Teilzeit verhandelt. Wie war das bei Dir? Gab es Probleme?

Lars: Da mein Nebenverdienst schon höher war als mein Haupteinkommen, hatte ich die Möglichkeit, den Job einfach sein zu lassen, wenn auf meine Forderungen nicht eingegangen wird und mich in die Selbständigkeit zu begeben.

 

Peter: Der durchschnittliche Deutsche strebt Sicherheit an, auch wenn selbst solche großen Unternehmen wie Siemens oder Airbus auch schon einmal mehrere Stellen streichen. Wenn es also zu einer Kündigung käme wäre ein Sidebusiness und das Know How was man sich erarbeitet hat im Grunde die größere Sicherheit.

Lars: Vielen ist es jedoch zu anstrengend, sich nebenbei etwas aufzubauen. 9 von 10 schaffen es nicht. Viele denken einfach, dass große Unternehmen sicher sind.

 

Peter: Jetzt als nur noch Teilzeitangestellter, aber Du bist dann auch auf Reisen?

Lars: Im Januar war ich mit dem CitizenCircle (Community für ortsunabhängige Unternehmer ) unterwegs, diverse Konferenzen und “Workations” (work/vacation). Auch wenn Du dann die Freizeit von dem Job hast, kannst Du nicht einfach 3 Monate Pause machen, das bringt langfristig natürlich nichts.

Mein erster freier Monat was also Januar, ich habe dann noch Juli, August und auch noch den kompletten Dezember. In der Zeit bin ich nicht verfügbar für den Arbeitgeber.

 

Peter: War das ein Test für Dich: ortsunabhängig arbeiten oder die Freiheit, auch mal längere Zeit zu reisen?

Lars: Auf jeden Fall. Im nächsten Juli startet das Sabbatjagr und dann möchte ich mit meiner Freundin auf Weltreise. Der Test war auch mal mit schlechter Internetverbindung oder auch ohne Internetverbindung zu arbeiten, seine Routinen einzuhalten. Es muss auch von unterwegs funktionieren.

 

Hast Du 3 Tipps, die Du weitergeben möchtest?

  • Man muss sich klarmachen, wie wichtig ist das Ziel neben dem Job. Ist die Motivation größer für Dein Sidebusiness oder gilt die Motivation Deinem Hauptberuf? Eines Tages musst Du Priorität setzen: Hautberuf oder Nebenberuf und dann entsprechend fokussieren
  • Lernen NEIN zu sagen, z.B. bei Überstunden, auch wenn das dem beruflichem Weiterkommen vielleicht schadet.
  • Routinen aufbauen, mit denen man täglich am Business arbeiten kann. Jeden Tag wissen, was zu tun ist (niemals an den Rechner setzen, ohne zu wissen, was zu tun ist).Das stärkt das Durchhaltevermögen bei Durststrecken.

 

Peter: Welche Ressourcen oder Buchtipps hast Du für angehende Unternehmer / Nebenberufler?

Buchtipp:

Sage nein ohne Skrupel- Manuel J. Smith* -> Verschiedene Techniken wie man Nein sagen kann, ohne den anderen vor den Kopf zu stossen

Glückskinder: Warum manche lebenslang Chancen suchen – Hermann Scherer *-> Wie erfolgreiche Menschen Chancen ergreifen, ähnlich wie Rich Dad,Poor Dad aber nicht so sehr auf Geld bezogen

Profit First: Transform Your Business from a Cash‑Eating Monster to a Money* – Mike Michalowicz

 

Weitere Ressourcen:

  • CitizenCircle citizencircle.de
  • Mastermindgruppen (Routine festlegen, erreichen, miteinander austauschen)

 

Peter: Wo kann man Dich finden?

Buch: Investieren in P2P Kredite: Was man wissen sollte, wie man Fehler vermeidet und erfolgreich investiert*

Website: https://passives-einkommen-mit-p2p.de

 

Peter:Hast Du noch eine abschließenden Input, den Du weitergeben möchtest?

Lars: Ja, folgende Regel: Plane Deine Woche im Voraus oder in zwei worten: Aufschreiben und machen! Haut rein und nicht aufgeben!

 

Peter: Herzlichen Dank, Lars, für Deine kurzweilige Art, Deinen Weg zu beschreiben. Ich möchte gerne noch tiefer in die Themen Selfpublishing und Investition in P2P Kredite gehen, aber das heben wir uns für separaten Folgen auf.

Hier findest du nochmal alle Links zur Folge:

Über den Autor

Peter-Georg Lutsch

Peter-Georg Lutsch

Peter-Georg Lutsch ist bereits seit 7 Jahren leidenschaftlicher Sidepreneur. Für ihn ist sein Side-Business nicht nur ein zweites berufliches Standbein, sondern darüber hinaus eine Möglichkeit sich außerhalb seines Angestelltenverhältnisses selbst zu verwirklichen. Hauptberuflich ist er als Senior Online Marketing Manager für eine der größten Online-Jobbörsen Deutschlands tätig. Nebenberuflich berät er KMUs im Bereich Digital Marketing https://www.peter-lutsch.com und ist Co-Founder des Online-Magazins https://www.digital-media-manager.com.

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