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All In! Interview mit Sascha vom „Digitalen Nomaden Podcast“

Hier kannst du dir das  Interview mit Sascha vom „Digitalen Nomaden Podcast“ anhören:

 

Sascha stell dich doch mal vor!

 

Mein Name ist Sascha. Ich bin 29 Jahre alt und habe mit meinem Kumpel Timo letztes Jahr im April den Digitalen Nomaden Podcast gestartet.  Da geht es um ortsunabhängiges Arbeiten. Wir zeigen, dass man mit Hilfe des Internets von überall auf der Welt sein Geld verdienen kann. Da haben wir Menschen zu Gast, die zeigen, wie das funktioniert und wir begleiten unsere eigene Reise. Dieses Hobbyprojekt ist relativ erfolgreich geworden und ist in den iTunes Charts auf den Spitzenplätzen.

 

 

Wie kam es zur Idee einen Podcast zu starten?

 

Timo und ich, wir haben uns 2015 auf einem Seminar für Persönlichkeitsentwicklung NLP (neurolinguistische Programmierung) kennengelernt.  Am Anfang waren wir einander gar nicht so sympathisch. Dann gab es abends  eine Möglichkeit, Improvisationstheater zu spielen und da haben wir gemerkt, dass wir denselben Humor haben, die selben Bücher lesen und die selben YouTube Channels konsumieren. Wir haben gemerkt, dass wir im Gegensatz zu den meisten anderen in unserem Alter uns Wissen angeeignet haben, was sehr speziell ist. Erst einmal wollten wir einen YouTube Channel machen. Wir sind relativ schnell gestartet und haben ein halbes Jahr durchgehalten,  aber hatten leider nur knapp 100 Abonnenten. Erfolgreich war es leider nicht. Wir haben 50 Videos zum Thema „persönliche Weiterentwicklung“ aufgenommen. Wir haben aber dann gemerkt, dass wir ein paar Fehler gemacht haben und YouTube nicht unser Medium ist.  Dann haben wir uns zusammengesetzt und strategisch überlegt, was wir alternativ machen können. Timo hat vorgeschlagen, Podcasts zu machen und ich fand die Idee super.  So sind wir innerhalb von 3 Wochen in die Top 100 iTunes Charts gekommen und waren relativ schnell vorne dabei. Für uns war der wichtigste Erfolgsfaktor der Mediumwechsel. YouTube ist ein visuelles Medium und es war nicht sinnvoll, eine halbe Stunde vor der weißen Wand zu stehen und etwas zum Thema “Glaubenssätze“ zu erzählen.  In unserem Fall reicht es, das Ganze zu hören und kein Bild einzubauen.

Es ist vor allem spannend, dass man den visuellen Kanal bewusst abschaltet und sich nur um den Auditiven kümmert. Das ist ein Hörspiel-Effekt.  Du fühlst dich richtig in diese Welt reingezogen. Ein Kanal weniger sorgt dafür, dass sich das Gehirn ein wenig mehr anstrengen muss und so wird eine ganz interessante Beziehung entwickelt. Ich habe nie gedacht, dass wir teilweise an der Stimme erkannt und angesprochen werden. Das ist verrückt.

 

 

Wie habt ihr es geschafft so schnell so erfolgreich mit dem Podcast durchzustarten?

 

Es gibt ganz viele Faktoren, die dazu geführt haben. Erste Frage lautete: „Wie schaffen wir mit dem richtigen Titel, richtige Menschen zu erreichen?“.  Wir heißen „ Der Digitale Nomaden Podcast“.  Digitale Nomaden sind die Menschen, die um die Welt reisen und von überall  aus Geld verdienen. Derjenige, der davon nie gehört hat, wird höchstwahrscheinlich auch nicht darauf klicken. Wir wollten Leute erreichen, die schon wussten, was das bedeutet. Wenn du „ Der Digitale Nomaden Podcast“ bei Google eingibst, dann wird als erstes unser Podcast vorgeschlagen.  Das Ganze führt dazu, dass viele Leute lange auf unserer Homepage bleiben. Wir haben eine hohe Verweildauer. Dann hält uns Google für „sehr relevant“. Die zweite Frage lautete „Wie schaffen wir es, Leute dazu zu bewegen, uns zuzuhören, denn keiner kennt uns“.  Da haben wir am Anfang ein Interview Format angewendet und haben Leute genommen, die schon eine große Reichweite haben.  Wenn man Leute zu Interviews einlädt, sind sie meistens dazu bereit. Beim Podcast kann man das ortsunabhängig machen.  Am Ende war immer der Spruch „Wenn Ihnen das Interview gefallen hat, teilen Sie es bitte“.  Und so konnten wir exponentiell wachsen. Dann gab es noch einen Trick, den ich gerne verraten würde. Es gab die Digitale Nomaden Konferenz, für die wir T-Shirts mit der Aufschrift „Digitaler Nomaden Podcast“ drucken lassen haben.  Wir haben bekannte Digitale Nomaden interviewt und kamen dank der T-Shirt-Idee sehr schnell ins Gespräch.

Ich war ein bisschen verwundert, dass die Domain noch frei war, aber ich habe davor auch Recherchen gemacht. In NLP gibt es eine Methode“ Modelling of Excellence“, also „das Nachahmen von Bestleistung“. z.B. Man schaut 5 Menschen an, die erfolgreich in der Branche sind, die man interessant findet. Und man schaut, was sie alle gemeinsam haben. Wenn man feststellt, dass sie einen knackigen Namen haben,  macht es dann Sinn.  Wir haben rechtzeitig die Domain gesichert und dadurch den Vermögenswert geschaffen.

 

 

Welches Ziel verfolgt ihr mit dem Podcast?

 

Authentizität ist das wichtigste für uns, d.h. wir wollten mit allen auf derselben Augenhöhe sein und gemeinsam den Weg gehen. Das macht erfolgreich, weil wir einfach Kumpeltypen sind. So sind wir näher zu unserer Zielgruppe. Und dieses Thema „unabhängiges Arbeiten“ hat uns nie losgelassen, weil wir ganz viel im Bereich der persönlichen Weiterentwicklung gemacht haben. Wir haben bestehende Arbeitsformen hinterfragt und festgestellt, dass ortsunabhängiges Arbeiten das Spannendste für uns ist.

 

 

Du warst bis vor Kurzem selbst Sidepreneur. Wie hast du die Zeit erlebt und warum hast du dich entschieden All In zu gehen und dein Angestellten-Verhältnis zu kündigen?

 

Ich habe zuletzt in einer Feuerwehr- und Rettungsleitstelle gearbeitet. Ich habe im Bereich eine Ausbildung und ein paar Jahre Berufserfahrung. Ich hatte ganz anderes System, als das, was ich heute propagiere.  Ich war im System im öffentlichen Dienst. Man muss sich keine Sorgen machen, dass man gekündigt wird und man muss nicht besonders viel Leistung bringen, denn darum geht es ja nicht. Wer möglichst viel durchhält, kriegt das Geld. Du bist relativ sicher. Es bietet dir ganz klare Struktur und das ist für bestimmten Typ des Menschen perfekt. Für mich ist die Sicherheit nicht der oberste Wert, sondern die Freiheit. Ich wollte Marketing machen und kreativ sein, aber das passte in so einem System nicht, in dem ich gearbeitet habe. Da habe ich überlegt, nach noch anderen Verwirklichungsmöglichkeiten zu suchen. Im Podcast konnte ich alle Dinge machen, die ich längst wollte und Spaß gemacht haben. Wir haben da was aus dem Nichts erschaffen. Im Endeffekt waren es dann 60-70 Stunden die Woche, die wir dem Podcast gewidmet haben. Dazu kommen noch die Schichtarbeit und die Fernbeziehung. Da sollte ich mich entscheiden, worauf ich mich konzentrieren möchte. Zu dem Zeitpunkt war der Podcast nicht so profitabel und ich habe entschieden, die Stelle erst mal zu halbieren. Seit dem 1. Oktober bin ich Vollzeitunternehmer. Ab dem Moment, wo man kündigt und kaum Ersparnisse hat, wird man kreativ und muss sich kümmern, Geld zu verdienen. Mit den Einnahmen steigen auch die Ansprüche. Ein wichtiger Schritt war für mich, irgendwann zu verstehen, dass materielle Dinge nicht unbedingt das Wichtigste ist und dass der Konsum ein Kompensationsmechanismus ist. Wenn man eine Familie und Verantwortung für andere hat, ist es eine völlig andere Sache. Manche Dinge muss man manchmal einfach riskieren. Daher habe ich verschiedene Jobs ausgeübt, weil ich schauen wollte, wo ich mich am wohlsten fühle.

Ich habe es so ein bisschen wie ein Spiel gesehen. Ich habe viele Jobs gemacht, mein Bestes gegeben und irgendwann kann ich da alles und der Job reizt mich nicht mehr. Ich kann nicht stumpf jahrelang an einem Arbeitsplatz sitzen und wissen, dass das schon das Maximum ist. Das System des Angestelltenverhältnisses möchte nicht, dass ich mich entfalte und daher war das nicht meins. Das passte zu meinem Persönlichkeitstyp nicht und das war wichtig für mich, dies zu entdecken.

 

 

Du hast einmal gesagt: „Viele Menschen sind in ihrer Mittelmäßigkeit gefangen!“ Setze diese Aussage doch bitte mal in Kontext.

 

Das ist ein Problem, welches ich oft hatte. Mittelmäßigkeit wäre „mein Job ist ganz okay, macht schon Spaß, aber mein Traumjob ist es auch nicht“. Das ist der Bereich, wo wir uns wohlfühlen.  In der Komfortzone ist alles schön warm, aber das Problem ist, dass wir uns da nicht weiterentwickeln. Man wächst wirklich, wenn wir die Komfortzone verlassen. Die meisten Menschen, denen wir begegnen, sind in dieser Mittelmäßigkeit gefangen. Ich habe später erkannt, dass ich auch so war. Es ist ein jahrelanger Prozess – man muss da hinkommen. Nicht bei allen Jobs kann man sich entfalten. Dann soll man sich wenigstens im Privaten entfalten, so dass man zurückblickend erkennt, dass man etwas in diesem Leben erreicht hat. Und wie gesagt, man kann probieren, alle Jobalternativen abzuklopfen,  um zu verstehen, was für einen am besten ist.

Ich habe jetzt natürlich Wissensvorsprung. Dementsprechend würde ich etwas anders starten. Das, was den Podcast angeht, würde ich genauso machen. Timo und ich haben keine Monetarisierungsabsichten. Wir wollen einfach unser Wissen teilen und die eigene Entwicklung dokumentieren. Das, was ich ein bisschen anders machen würde, ist im Bereich der Produktentwicklung. Marketing ist heutzutage viel wichtiger als die Leistungserbringung. Erst mal Marketing und dann die Produktentwicklung, denn man muss herausfinden, welche Zielgruppen man erreichen möchte und was sie für ein Produkt wünschen würden, und erst dann muss man mit dem Produktentwurf starten. Wenn man das verstanden hat, kann man nicht scheitern.

 

 

Welche Bücher würdest du angehenden Unternehmern empfehlen?

 

Ich habe damals das Buch „Die 4-Stunden-Woche“ von Timothy Ferriss gelesen. Das ist so eine Bibel in dem Bereich. Dann auch „Kopf schlägt Kapital“ von Günter Faltin. Da wird wunderbar erklärt, wie es funktioniert, wie man verschiedene Komponenten gründen kann.  Das 100 Euro Startup von Chris Guillebeau ist auch ein sehr gutes Buch.  Da wird auch praxisorientiert erklärt, wie viele Menschen als Solopreneure starten.  Dass man nicht unbedingt viel Kohle braucht, dass man auch mit wenig Geld große Unternehmen aufbauen kann.

 

 

Neben den Büchern, welche Ressourcen kannst du noch empfehlen?

 

Wir können dann wachsen, wenn wir die richtigen Menschen um uns herum haben. Jim Rohn sagt ““Du bist der Durchschnitt der 5 Personen, mit denen du die meiste Zeit verbringst“. Also, sucht Leute, die gleich gesinnt sind und mit denen du auf derselben Welle bist. Es gibt eine Plattform „meetup.com“. Da kann man seine Gleichgesinnten finden und sich dann treffen, um sich auszutauschen. Man muss die Schüchternheit überwinden und aus dem Offline Zustand rausgehen können. Man muss nicht nur etwas von anderen erwarten, sondern auch etwas zurückgeben, denn erst so wird alles einwandfrei funktionieren.

 

 

Welche Projekte wollt ihr als nächstes anstoßen?

 

Wir arbeiten gerade an einem Freiheitspaket. Es ist eine Sammlung von über 20 Ressourcen aus dem Bereich „ Arbeit von überall aus“. Wir haben 20 Experten aus diesem Bereich befragt. Wir möchten es zu 90% Rabatt anbieten und das geht am 10. Dezember los. Wir lassen das eine Woche laufen.  10% des Gewinns spenden wir an den Verein „Goldküste e.V. – Hilfe zur Selbsthilfe in Ghana„, um Menschen zu unterstützen, die nicht wie wir den Zugang zu Bildung haben. Wir haben auch ein eBook “Endlich frei“ geschrieben.  Da findet man 10 unterschiedliche Berufe, die man von überall aus ausüben  kann.

 

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Wo kann man euch im Netz finden?

 

Ihr könnt einfach bei Google „Digitaler Nomaden Podcast“ eingeben und so landet ihr auf unsere Homepage. Da besteht die Möglichkeit, sich unsere Podcasts anzuhören. Wir haben insgesamt über 170 Folgen aufgenommen.

 

 

Wenn die Leser ein Learning aus diesem Interview mitnehmen sollen, welches wäre es?

 

Wenn du mit dem Job unzufrieden bist und merkst, dass du in der Phase bist, dass du keine Familie und somit keine Verantwortung hast, probiere alles aus und finde, was für dich das Richtige ist. Ohne Risiko geschieht nichts!

Über den Autor

Peter-Georg Lutsch

Peter-Georg Lutsch

Peter-Georg Lutsch ist bereits seit 7 Jahren leidenschaftlicher Sidepreneur. Für ihn ist sein Side-Business nicht nur ein zweites berufliches Standbein, sondern darüber hinaus eine Möglichkeit sich außerhalb seines Angestelltenverhältnisses selbst zu verwirklichen. Hauptberuflich ist er als Senior Online Marketing Manager für eine der größten Online-Jobbörsen Deutschlands tätig. Nebenberuflich berät er KMUs im Bereich Digital Marketing https://www.peter-lutsch.com und ist Co-Founder des Online-Magazins https://www.digital-media-manager.com.

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