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Interview mit Philipp John von reachhero: Entrepreneurship, Influencer Marketing & nicht nachlassen!

In der heutigen Folge habe ich Philipp John Co-Founder von reachhero zu Gast. Wir sprechen über seinen unternehmerischen Werdegang und über Influencer Marketing im Jahre 2018!

Hier geht’s zum Podcast:

Wer das Interview lieber lesen will, kommt hier auf seine Kosten:

 

Hallo Philipp, stell Dich doch bitte unserer Sidepreneur Community vor.

 

Hallo Peter! Vielen Dank für die Einladung in den Sidepreneur Podcast. Für mich ist es heute auch meine Podcast Premiere.

Mein Name ist Philipp John. Ich bin Co-Founder und COO von reachhero. Ursprünglich komme ich aus Bochum, arbeite und lebe aber inzwischen in Berlin. Mehrere Jahre habe ich aber auch im Ausland, nämlich in der Schweiz und den USA gelebt.

 

In der Vergangenheit bist du ja bereits länger unternehmerisch tätig und hast auch einige Projekte nebenbei angestoßen. Was hast du genau gemacht und wo lag deine Motivation dafür?

 

Meinen ersten Kontakt zum Unternehmertum hatte ich während meines wirtschaftswissenschaftlichen Grundstudiums. Wir hatten im Jahr 2006 passend zur WM nebenbei Polyrattan Möbel aus China importiert und in Deutschland online verkauft.

Das lief zunächst echt prima, wurde aber irgendwann ziemlich kapitalintensiv und wir wurden leider auch wegen einer Geschmacksmusterverletzung abgemahnt. Aber es war ein sehr lehrreicher und spannender Start ins Unternehmertum.

Mich hat das Thema Entrepreneurship dann nicht mehr losgelassen und ich habe eigentlich fortlaufend neben dem Studium aber auch neben meinem ersten Job, bei einer Unternehmensberatung in Zürich, immer eigene Projekte vorangetrieben.

Ich finde es einfach unglaublich erfüllend, wenn man ein eigenes Business von Grund auf plant, umsetzt und sich das Ergebnis der eigenen Arbeit dann vor den eigenen Augen materialisiert. Das ist auch genau der Grund, der mich auch heute noch antreibt!

 

Du bist ja Co-Founder von reachhero, dem größten Online-Marktplatz für Influencer Kampagnen in Deutschland. Was macht ihr genau und wie kam es zur Gründung?

 

In meiner Zeit als Unternehmensberater habe ich in Stanford einen MBA gemacht. So bin ich dort relativ früh mit den Themen Technologie, Unternehmertum und Online Marketing in Kontakt gekommen. Ich fand es hoch interessant über welche riesigen Reichweiten damals schon bestimmte Facebook Seiten oder Youtube Kanäle verfügten.

In einem recht schnell wachsenden Start Up dort, beschäftigte ich mich dann intensiv mit dem Thema Content Marketing.

Meine heutigen Co-Founder befanden sich damals in Deutschland. Einer der beiden ist selbst bekannter Youtuber, der andere kommt aus dem Medienbereich. Die beiden hatten sich damit beschäftigt wie man das Thema Produktplatzierung durch Influencer verbessern könnte, und diese Platzierung so einfach wie möglich für Werbetreibende buchbar zu machen.

Ich brachte dann noch meinen Background zu Content Marketing ein und so wurde durch uns drei reachhero gegründet.

Inzwischen sind wir in Deutschland die größte Influencer Plattform mit rund 40.000 angemeldeten Influencern. Man findet bei uns Instagrammer, Youtuber aber auch andere spannende Multiplikatoren. So können wir die verschiedensten Branchen thematisch abdecken.

 

Lass uns hier noch einen kleinen Schritt zurück gehen. Erkläre doch bitte Influencer Marketing für unsere Leser, die noch wenig mit der Begrifflichkeit anfangen können.

 

Beim Influencer Marketing stellen zB. Youtuber Produkte auf ihren Social Media Kanälen in Form von Videos, Bilder und/oder auch Texten vor. Hierfür haben sich inzwischen die verschiedensten Formate entwickelt.

Früher hätte man Influencer Key-Opinion-Leader genannt. Mit dem Unterschied, dass die Stars und Sternchen damals zwar ihre Bekanntheit mitgebracht haben, aber keine eigenen Medienreichweiten. Man hat dann eben eine Werbung gedreht und diese Anschließend über die Massenmedien verbreitet.

Beim Influencer Marketing heute bündelt man sozusagen die kreative Umsetzung der Werbeplatzierung und die Medienreichweite bei den jeweiligen Online-Multiplikatoren. Dabei wissen die Influencer genau, wie sie ihre Zielgruppe ideal mit einer Werbeplatzierung ansprechen, was diese Art des Werbens weitestgehend nativ und authentisch macht.

 

So kann kann z.B eine Produktplatzierung aussehen:

 

Wo siehst du in 2018 die größten Herausforderungen und Chancen in dieser Marketing Disziplin?

 

Letztes Jahr war Influencer Marketing ja spätestens in aller Munde. Aber wie bei jeder neuen Marketing Disziplin gibt es natürlich auch hier einige Wachstumsschmerzen.

Ein wichtiger Punkt ist, dass noch nicht ausreichend auf die Daten geschaut wird, um zum Beispiel die richtigen Kanäle und Influencer für das eigene Produkt/Marke auszusuchen. Wir gehen nicht nach Bauchgefühl, sonder schauen uns bei der Auswahl eines passenden Influencers unter anderem genau die demographischen sowie geografische Daten an.

Außerdem setzen wir auf einen selbstlernenden Algorithmus, um Unternehmen ähnliche Influencer zu bereits Ausgewählten vorzuschlagen.

Ein zweiter wichtiger Punkt ist die Automatisierung. Bisher war dieser Onlinemarketing Kanal mit viel händischer Arbeit verbunden und nur schwer skalierbar. Auch hier wollen wir durch unsere Software entgegenwirken!

Ich denke, dass wir dieses Jahr auch viel mehr Testing sehen werden. Viele Unternehmen werden einfach die verschiedensten Kanäle und Formate ausprobieren, um herauszufinden, was am besten zur eigenen Marke passt.

Die große Chance für Unternehmen ist, dass sie auch bei einer sich stark verändernden Mediennutzung, trotzdem noch ihre Zielgruppe erreichen können.

Auch die Art Werbung zu gestalten, kann sich so in eine nutzerfreundliche Richtung verändern. Weg von Unterbrecherwerbung hin zu Produktplatzierungen, die kreativ und nativ in den Content eingebunden ist.

 

Möglichst gut in den restlichen Content eingebunden bedeutet aber nicht Schleichwerbung, oder?

 

Du sprichst hier ein ganz wichtiges Thema an. Werbung ordentlich zu kennzeichnen ist nicht besonders schwer und hilft ungemein dabei, die Branche zu professionalisieren. Inzwischen gibt es ja auch Leitfäden der Landesmedienanstalten an die wir uns bei reachhero halten!

Es gibt meiner Meinung nach auch gar keinen Grund der Kennzeichnungspflicht nicht nachzukommen, da Werbung von der Community der Influencer inzwischen auch absolut akzeptiert wird. Die Fans und Follower sind sich durchaus bewusst, dass das Influencer Dasein ein Job oder zeitintensives Hobby ist, dass auch irgendwie ein Einkommen abwerfen muss. Andererseits kommt es inzwischen eher zum Aufschrei bei den Fans, wenn bezahlte Produkt Platzierung nicht gekennzeichnet werden und es sich offensichtlich um Werbung handelt.

Peter: Ich habe für meinen Arbeitgeber meinestadt.de GmH ja auch bereits mit euch zusammengearbeitet. Es ging darum möglichst viele qualitativ hochwertige App-Downloads für die Ausbildungs-App TalentHero zu generieren. Wir haben die Werbeplatzierungen natürlich auch gekennzeichnet. Was mich aber zunächst echt erstaunt hat ist, dass sich viele Zuschauer (YouTube) in den Kommentaren für die sinnvolle Produktplatzierung aktiv bedankt haben. Als Werbetreibender fanden wir das natürlich genial! Es spricht also durchaus dafür, dass ihr zusammen mit den Influencern die Werbung sehr gut in den restlichen Content integriert bekommt.

Mehr Insights zur Kampagne und Influencer Marketing gibt Peter-Georg Lutsch in diesem Handelsblatt Artikel.

 

Ab welcher Budget-Größe macht Influencer Marketing überhaupt Sinn? Kann man es auch erstmal mit einer kleineren Investition testen?

 

Eigentlich ist es ja genau unser Anspruch bei reachhero diesen Marketing Kanal auch für kleinere Budgets verfügbar zu machen. Es gibt ja inzwischen auch viele kleinere und mittelgroße Influencer, die sehr effektive Produktplatzierungen machen können.

Man kann also durchaus auch mal einen Test mit 1000 € starten und mit mehreren kleinen Influencern zusammenarbeiten. So kann ich beispielsweise herausfinden, auf welchen Social Media Kanälen und bei welchen thematischen Influencern ich die beste Reichweite sowie Conversion Rate erziele.

Peter: Manchmal kann es ja sehr effektiv sein mit kleineren Multiplikatoren zusammenzuarbeiten, die aber eine sehr spitze Zielgruppe haben. So habe ich kaum Streuverluste bei meiner Werbebotschaft.

Da stimme ich dir absolut zu. Man muss sich trotzdem bei kleineren Test aber auch bewusst machen, dass hier natürlich im Regelfall keine Millionen Reichweiten erzielt werden. Wie bei anderen Marketing Kanälen muss man auch hier realistisch bleiben auch wenn Influencer Marketing im Vergleich sicherlich sehr effektiv und günstig ist.

 

Welche drei Tipps Influencer Marketing Tipps würdest du Anfängern geben?

 

Am Anfang würde ich mir immer die Frage stellen: Was ist das Ziel? Branding? App-Downloads? Abverkäufe? Content Interaktion?

Der zweite Punkt ist dann das Experimentieren und Testen. Also herauszufinden welche Art Influencer, welche Social Media Kanäle etc. passen gut zu den Ergebnissen, die ich erzielen will.

Und drittens schaut euch unbedingt alle verfügbaren Daten ganz genau an, um herauszufinden, ob die Follower/Fans des Influencers potenziell überhaupt zu meiner Zielgruppe als Unternehmen passen.

 

Jetzt nochmal Weg vom Thema Influencer hin zu dir als Unternehmer. Was war im unternehmerischen Kontext bisher dein wichtigstes Learning?

 

Gar nicht so einfach zu beantworten! Gefühlt lernt man jeden Tag soviel Neues dazu.

Ich würde sagen, dass das Dranbleiben definitiv ganz wichtig ist. Vermutlich ist das auch der Unterschied, was einen erfolgreichen Unternehmer von anderen Menschen unterscheidet. Es gibt meiner Meinung nach auch im unternehmerischen Handeln einen Zinseszins Effekt! Am Anfang kommt man zwar nur schwerlich voran, aber mit der Zeit dreht man immer größere Räder und wenn dann mal was klappt ist der Erfolg auch viel viel größer.

Im Leben eines Entrepreneurs gibt es oft Rückschläge und man fragt sich nicht selten, warum man das überhaupt macht. Wer aber Durchhaltevermögen beweist, wird später oft auch belohnt.

 

Welche Bücher würdest du anderen Entrepreneuren empfehlen?

 

Ich kann auf jeden Fall Lean Startup von Eric Ries* empfehlen. Gerade für Sidepreneure dürfte es sehr interessant sein, da vermutlich die wenigsten ihr Unternehmen mit einer großen Finanzierung starten. Es geht darin viel darum mit geringen Mitteln den Markt für das eigene Produkt oder die eigene Dienstleistung zu testen und nachhaltig aus dem eigenen Cashflow zu wachsen. Die Methodik wurde übrigens auch in Projekten, während meiner Zeit in Stanford immer wieder angewandt. Wenn man das Buch gelesen hat, hat man auf jeden Fall eine gute Anleitung, um ein eigenes Business zu starten.

 

Das zweite Buch ist “The How of Happyness“*. Es ist zwar kein explizites Buch über Unternehmertum. Vielmehr geht es darum, wie man überhaupt ein glückliches Leben verbringen kann. Es geht im Buch aber nicht um esoterische Themen, sondern um wissenschaftlich nachweisbare Dinge, die zu höherer Zufriedenheit führen. Ich fand es sehr spannend!

 

Wenn man sich zu dir Philipp und zu reachhero näher informieren möchte, wo kann man das tun?

 

Kontakt zu mir kann man am besten über meine Linkedin Seite aufnehmen. Zu reachhero könnt ihr euch ideal unter www.reachhero.de informieren.

Außerdem veröffentlichen wir auch immer wieder spannende Artikel zum Thema Influencer Marketing in der W&V und auf horizont.net.

 

Vielen Dank für das Interview!

 

 

 

 

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Über den Autor

Peter-Georg Lutsch

Peter-Georg Lutsch

Peter-Georg Lutsch ist bereits seit 7 Jahren leidenschaftlicher Sidepreneur. Für ihn ist sein Side-Business nicht nur ein zweites berufliches Standbein, sondern darüber hinaus eine Möglichkeit sich außerhalb seines Angestelltenverhältnisses selbst zu verwirklichen. Hauptberuflich ist er als Senior Online Marketing Manager für eine der größten Online-Jobbörsen Deutschlands tätig. Nebenberuflich berät er KMUs im Bereich Digital Marketing https://www.peter-lutsch.com und ist Co-Founder des Online-Magazins https://www.digital-media-manager.com.

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