Erfahrungen & Tipps

Diese Fragen solltest du dir stellen, bevor du Vollzeitunternehmer wirst!

Höre hier die Episode von Peter: 

Wer lieber lesen statt hören möchte, hier entlang:

 

Durch euer Feedback wissen wir, dass sich viele die Frage stellen, wie man ab einem gewissen Punkt sein Side-Business in ein Haupt-Business umwandeln kann und wann dafür der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

In meiner Vergangenheit war ich sowohl als Sidepreneur, als auch vollzeit unternehmerisch tätig. Mir hat es damals geholfen, mir selbst einige Fragen zu stellen. Es geht hier weniger darum, auf den reinen Businessplan einzugehen, sondern es geht um grundsätzliche Fragen. Diese Fragen sollen helfen, zu verstehen, ob man schon an dem Punkt angekommen ist, alles auf eine Karte zu setzen!

 

Motivation

Kündige ich meinen Hauptjob nur deswegen, weil ich keine Lust mehr darauf habe und ohne einen genauen Plan zu haben, was ich danach tun möchte oder tue ich in meinem bestehenden Side-Business etwas, wofür ich meinen Hauptjob kündigen möchte, um mich ganz auf mein Herzensprojekt zu konzentrieren?

Ich glaube, diese Unterscheidung ist wichtig, weil die Motivation im zweiten Fall viel höher ist als nur der reine Schmerz, einen Job zu kündigen, um davon loszukommen. Das ist die erste Frage, die ich mir gestellt habe.

 

Finanzen

Im zweiten Schritt habe ich mir auch wirtschaftliche Fragen gestellt.

 

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Wie sieht es mit der Auftragslage aus? Habe ich schon konkrete Aufträge in Aussicht?

Das könnte die Nachfrage nach einem Produkt sein oder die Nachfrage nach einer Dienstleistung, die ich „nur“ erfüllen müsste und dafür Zeit freischaufeln müsste, um sie abarbeiten zu können. In diesem Fall hätte man schon eine geplante Auftragslage. Dadurch kann es einem verhältnismäßig leicht fallen, sein bisheriges Angestelltendasein zu kündigen, da die finanzielle Lage für die erste Zeit abgesichert ist.

Ich hatte aus meinem Sidebusiness gewisse Erfahrungswerte und auch konkrete Vorstellungen von den Verdiensten neben dem Hauptberuf. Ich habe mir dann die nächste Frage gestellt:

 

Wenn ich jetzt mehr Zeit und Energie von meinem bisherigen Angestelltenverhältnis abziehen könnte – zum Beispiel weil ich kündige und mich nur noch auf mein eigenes Geschäft konzentriere – kann ich dann mein Business auch dementsprechend vergrößern?

Ich finde, das ist eine ganz interessante Frage, denn viele Side-Businesses sind ein nettes Zubrot, können aber gar nicht in dem Maße ausgebaut werden, um daraus einen Hauptjob zu machen.

 

Es gibt auch die Möglichkeit, dass selbst wenn man bisher noch kein Geld verdient hat, man einen genauen Plan hat Geld zu verdienen. So komme ich zu der nächsten Frage:

 

Wenn ich aktuell noch kein Geld mit meinem Sidebusiness verdiene, aber viel Energie reinstecke und einen genauen Plan habe, wie ich mein Ziel erreiche, habe ich denn bis dahin auch genug finanziellen Puffer, um diese Durststrecke zu überbrücken und dann erfolgreich zu sein? Habe ich finanzielle Rücklagen?

Wenn man diese Frage mit „Ja“ beantworten kann, kann man auch mit einem Business starten, selbst wenn man aktuell noch kein Return of Investment habe.

 

Die letzte Frage aus diesem Finanzenblock ist:

 

Wie verändern sich Kosten, die ich aktuell habe?

Einzelne Kosten könnten höher werden oder auch eingespart werden. Deutlich wird das zum Beispiel an der Krankenkasse. Wenn man nebenberuflich selbstständig ist, ist es in der Regel so, dass man einen Großteil der Krankenkassen-Gebühren durch den Hauptjob gestellt bekommt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn man in seinem Hauptjob mehr verdient und eine gewisse Wochenstundenzahl arbeitet. In diesem Fall bezahlt der Arbeitgeber auch die Hälfte der Krankenkasse. Wenn man sein Angestelltenverhältnis kündigt und nur noch selbstständig oder unternehmerisch arbeitet, muss man plötzlich für die gesamten Kosten der Krankenkasse aufkommen.

Das wäre ein Beispiel. Es gibt aber natürlich sehr viele Variablen, deshalb sollte man sich vorher überlegen, welche Kosten man schon hat und wie diese unter Umständen höher oder niedriger werden könnten.

 

Worst-Case-Szenario

Eine der wichtigsten Fragen, die ich mir immer gestellt habe, war:

Was ist das persönliche Worst-Case-Szenario? Wenn ich mit meinem Unternehmen oder mit meiner Idee scheitere, was wäre dann das Schlimmste, was passieren könnte?

Für viele Leute ist es schlimm zu scheitern, weil man zum Beispiel eine gesellschaftliche Ächtung befürchtet. Es kann aber auch viel konkreter sein. In meinem Fall wäre mein Worst-Case-Szenario, dass ich mit meiner Idee pleitegehe und mir wieder ein neues Angestelltenverhältnis suchen muss, weil ich eine gewisse Summe an Geld im Monat verdienen muss. Ich bin nämlich auch Familienvater. Für mich persönlich wäre das natürlich keine erfreuliche Situation, aber es wäre auch kein Weltuntergang. Es gibt viele verschiedene Szenarien, die man sich vorstellen könnte. Für jemanden der sich direkt nach dem Studium in ein Unternehmen gestürzt hat, das nicht funktioniert, wäre das Worst-Case-Szenario vielleicht, dass er erst mal wieder bei seinen Eltern einziehen muss bis er finanziell wieder auf eigenen Füßen steht. Ich finde, wenn man sich die Frage nach dem Worst-Case-Szenario stellt, kann man auch viele Ängste abbauen. Wenn man weiß, was einen schlimmstenfalls erwartet, dann ist das Risiko plötzlich überschaubar. Deswegen ist das eine der zentralsten und wichtigsten Fragen, die man sich in diesem Zusammenhang stellen sollte.

 

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Wenn ihr gerade in dieser Situation steckt, können diese Fragen sehr interessante Hilfestellungen sein und ich hoffe, ihr konntet ein paar neue Denkanstöße mitnehmen.

 

Über den Autor

Peter-Georg Lutsch

Peter-Georg Lutsch

Peter-Georg Lutsch ist bereits seit 7 Jahren leidenschaftlicher Sidepreneur. Für ihn ist sein Side-Business nicht nur ein zweites berufliches Standbein, sondern darüber hinaus eine Möglichkeit sich außerhalb seines Angestelltenverhältnisses selbst zu verwirklichen. Hauptberuflich ist er als Senior Online Marketing Manager für eine der größten Online-Jobbörsen Deutschlands tätig. Nebenberuflich berät er KMUs im Bereich Digital Marketing https://www.peter-lutsch.com und ist Co-Founder des Online-Magazins https://www.digital-media-manager.com.

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